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6 Tipps: Ultraleicht Packen für Trailrunner

Für einen Kurztrip mit dem Billigflieger in den Süden, das ist auch für Trailrunner reizvoll. Hier findest du Tipps, wie du dabei nur mit Handgepäck auskommst - und eine Packliste, damit du trotzdem alles Wichtige dabei hast.

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Für einen Kurztrip mit dem Billigflieger in den Süden, das ist auch für Trailrunner reizvoll. Hier findest du sechs Tipps, wie du dabei nur mit Handgepäck auskommst – und eine Packliste, damit du trotzdem alles Wichtige dabei hast.

  1. Handgepäckmaße checken
    Nichts ist ärgerlicher, als schon vor dem Abflug draufzahlen zu müssen, weil man die Handgepäck-Grenze überschreitet. Bei den meisten Fluggesellschaften ist man mit einem Gepäckstück von 55 x 40 x 20 cm und maximal 8 kg im grünen Bereich (z.B. bei Rynair, Germanwings und Easyjet). Es gibt aber auch Airlines, bei denen deutlich weniger Gewicht erlaubt ist (bei TUI und Condor z.B. nur 6 kg). Deshalb unbedingt vorher informieren und im Zweifel nachmessen, um teure Überraschungen am Flughafen zu vermeiden.

  2. Den passenden Rucksack finden
    Nachdem du die Höchstmaße in Erfahrung gebracht hast, beginnt die Suche nach dem passenden Rucksack. Wenn du in Etappen von Ort zu Ort läufst, brauchst du einen besonders geräumigen Laufrucksack, in dem alle deine Sachen Platz finden. Wenn du dagegen Tagesausflüge unternimmst, bietet sich eine Kombination aus Touren- und ultraleichtem Laufrucksack an. Der Tourenrucksack bleibt dann in der Unterkunft und du hast beim Laufen nur das Nötigste auf dem Rücken. In jedem Fall solltest du auf ein möglichst günstiges Verhältnis aus Eigengewicht, Volumen und Tragekomfort achten. Wenn der Rucksack schon leer anderthalb Kilo wiegt, nützt es auch nichts, dass er bequem gepolstert ist. Entscheidender sind ohnehin Passform und Lastverteilung: Da hilft nur Ausprobieren (und intelligentes Packen)!

  3. Auf Überflüssiges verzichten
    Die wichtigste Packregel, gerade für Trailrunner: Weniger ist mehr. Beim Laufen macht sich jedes Gramm Gewicht bemerkbar, erst recht wenn man in anspruchsvollem Gelände unterwegs ist. Deshalb nimm nur das mit, was du wirklich brauchst. Das ist meist viel weniger, als man denkt. Je nach Unterkunft kannst du z.B. Schlafsack und Handtuch zuhause lassen. Bei der sicherheitsrelevanten Ausrüstung (wetterfeste Kleidung, Erste-Hilfe-Set, Kartenmaterial etc.) sollte man natürlich keine Abstriche machen. Aber alles andere ist Luxus. Das gilt auch für vermeintliche Notwendigkeiten. Fernab vom nächsten Großraumbüro stört sich niemand daran, wenn du nicht jeden Tag ein frisches Paar Socken trägst und die letzte Rasur schon eine Weile her ist.

  4. Die Schuhsammlung zuhause lassen
    Ja, die meisten von uns haben einen (Lauf-)Schuhtick. Aber für den Kurztrip ins Trailparadies brauchst du wirklich nur ein Paar Schuhe. Das solltest du mit Bedacht wählen: Entscheide dich für ein Modell, das gut eingelaufen und vor allem bequem ist. Da du nie genau weißt, was für Trails dich erwarten, nimm im Zweifel einen Schuh mit einer Extraportion Grip und Stabilität. Klar, bei schlechtem Wetter ein zweites Paar zum Wechseln zu haben ist nett, nimmt dir aber unnötig viel Platz im Rucksack. Und wenn es draußen wirklich nass ist, bleibt auch das Wechselpaar nicht lange trocken.

  5. Praktische Helferlein mitnehmen
    Auch wenn gekonntes Packen vor allem Verzicht bedeutet – es gibt ein paar kleine Helferlein, die in keinem Trail-Gepäck fehlen sollten. Weil sie kaum ins Gewicht fallen, aber ungemein praktisch sind. Einfache Flip-Flops gehören dazu – nach einem anstrengenden Tag freuen sich deine Füße über die Abwechslung, außerdem dienen sie als Badelatschen. Eine Stirnlampe leuchtet dir nicht nur auf dem Trail den Weg, sondern auch im Schlafsaal einer Berghütte. Eine echte Allzweckwaffe: Plastikbeutel mit Zippverschluss in unterschiedlichen Größen, z.B. für Zahnbürste & Co und als wasserdichte Verpackung für Reisedokumente und Technik.

  6. Intelligent packen
    Um das Gewichtslimit für das Handgepäck optimal auszuschöpfen, kannst du schwere Kleidungsstücke am Körper tragen. Aber nicht nur auf das Gewicht, auch auf das Volumen kommt es an. Deshalb packe möglichst platzsparend. Kleidung und Schlafsack kannst du mit Kompressionsbeuteln auf Minimalmaß schrumpfen. In der Trinkflasche kannst du Kleinigkeiten wie Gels und Riegel unterbringen. Der optimale Schwerpunkt deines Rucksacks liegt übrigens auf Schulterhöhe. Deshalb sollten schwere Gegenstände nicht unten, sondern im oberen Drittel und möglichst dicht am Körper verstaut sein.

Packliste Marokko

Im Februar 2014 war ich sechs Tage lang nur mit Handgepäck in Marokko unterwegs (beim NomadsRun und im Atlasgebirge). Meinen Packzettel kannst du als Anregung oder Checkliste für deinen nächsten Trailrunning-Trip verwenden. Nicht mit aufgeführt ist die Alltagskleidung, die ich im Flieger getragen habe. Je nach Reiseziel und Jahreszeit ist natürlich mehr oder weniger Kleidung und Material erforderlich. Und ja, man kommt mit deutlich weniger Technik aus – aber als Blogger habe ich da eine gute Ausrede.

Ausrüstung

So viel wie nötig, so leicht wie möglich

Kleidung
Technik
Sonstiges
  • Reisepass, Bargeld, EC-/Kreditkarte, Krankenversicherungskarte, ggf. Führerschein
  • Plastikbeutel mit Zippverschluss
  • Kartenmaterial
  • Erste-Hilfe-Set (Vaude Essential) und Rettungsdecke
  • Reiseapotheke, Blasenpflaster, Vaseline, Sonnencreme

Hast du weitere Pack-Tipps für Trailrunner? Ich freue mich über dein Feedback!

Hendrik

Von

Hendrik ist leidenschaftlicher Trailrunner und Gründer des TrailBlog. Neben kurzen, steilen Rennen reizen ihn lange Touren auf eigene Faust in den Bergen. Hendrik ist ASICS Frontrunner und wird unterstützt von Garmin, SZIOLS und ultraSPORTS. Folge ihm auch auf Strava, Twitter und Instagram.

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16 Kommentare

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  1. Philipp

    Gute Tipps, den Beitrag merke ich mir mal für den nächsten Laufurlaub. Gilt ja so ähnlich auch für Bahnfahrer.

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  2. ultragirl89

    Super Packliste :) Was hat denn der Schlafsack für ein Packmaß? Ich brauche nämlich noch einen für den Transalpin … :)

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    • Hendrik

      Hendrik

      Hi Eva, wenn man ordentlich zieht, bekommt den Schlafsack auf ca 20 x 30 cm komprimiert. Bin sehr zufrieden mit dem Teil. Daune ist natürlich noch kompakter, aber auch 3-4 mal so teuer.

      Viel Spaß beim Transalpine! :)

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      • ultragirl89

        Ja genau das ist das problem dass die so sündhaft teuer sind … Hattest du den auch dabei oder wart ihr nur im Hotel?
        Die Frage ist nur, bin ich nach 6 Tagen laufen morgens auch noch fähig so kräftig zu ziehen und den so klein zu kriegen? ;)

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  3. Hendrik

    Hendrik

    Beim Transalpine hatte ich noch einen älteren Schlafsack dabei – wir waren an 4 von 7 Tagen im Camp. Der Nordisk ist für einen Kunstfaser-Schlafsack ja schon sehr kompakt. Und der Packsack hat vier Zugbänder – das kriegst du auch nach sechs Tagen noch hin ;-)

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    • ultragirl89

      Ja so ca hatten wir das auch geplant, irgendwann muss man ja auch mal gescheit schlafen ;)
      Ich bin zwar eine Frau und die brauchen ja immer noch 100.000 Sachen mehr, weil es könnte ja und so … ;) Aber dann kuck ich mir den auf jeden Fall mal näher an, Danke für den Tipp! :))

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  4. Carsten

    Servus Hendrik,

    ich hab zwei Fragen :-)

    1.)Durften die Trekkingstöcke wirklich mit ins Handgepäck?
    2.)Welches WordPress-Theme benutzt Du denn? Sieht toll aus.

    CU

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    • Hendrik

      Hendrik

      Hi Carsten,
      mit den Trekkingstöcken gab’s kein Problem an der Sicherheitskontrolle, ich wurde nicht mal danach gefragt. Kann dir aber nicht sagen, ob das einfach nur Glück war :)
      Das WordPress-Theme ist Marke Eigenbau, inspiriert von http://www.marchettidesign.net/fullby/

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      • Carsten

        Danke für den HInweis mit dem Theme.

        Reisen mit Handgepäck (egal ob Trailrunning oder Trekking) ist natürlich was Feines. Muss mich mal bei den Airlines schlau machen,
        was die zu Trekkingstöcken sagen, Messer mit Klingenlänge bis zu 6cm gehen jetzt ja auch schon…

        CU

        Carsten

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  5. Carsten

    Mann Mann Mann… Blog entdeckt und jetzt spam ich Dir die Kommentare zu :-)

    Hast Du zu den Sachen von Ultimate Direction schon Testberichte erstellt? Hab die auf Anhieb nicht gefunden,

    CU

    Carsten

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    • Hendrik

      Hendrik

      Kein Problem, ich freu mich über jeden Kommentar ;-) Zu den UD-Sachen habe ich noch keine Testberichte geschrieben, aber du bist nicht der erste, der danach fragt. Sollte ich wohl langsam mal machen :-)

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  6. Christian

    Hallo, gute Tipps! welche Erfahrung hast du mit dem Wetterschutz der Brooks Jacken gemacht? Ich hätte wahrscheinlich eine Jacke mit Gore Active Shell eingepackt.
    gruß christian

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    • Hendrik

      Hendrik

      Hi Christian,
      beide Jacken sind wind- und wasserfest, einen leichten Regenschauer übersteht man trocken. Für richtig nasses Wetter ist eine Jacke mit Gore-Membran wohl besser geeignet (allerdings auch deutlich schwerer).

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      • Christian

        Hi, genau das mit dem Gewicht überlege ich zur Zeit, Laufe im Sommer ein Bergultra, bis jetzt hatte ich immer eine Gore dabei, aber nie wirklich gebraucht…..jetzt suche ich eine leichte alternative, die dennoch etwas schutz bietet…. denke dabei auch schon länger an die LSD Lite.

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      • Hendrik

        Hendrik

        Ja, dann ist die LSD Lite ne gute Wahl. Zumal du die auch ein sehr kleines Packmaß hat.

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  7. Christian

    danke für die tipps…..werde sie mir mal zulegen.

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