Test Trailschuhe       2

ASICS GEL-FujiEndurance im Test

Mit dem FujiEndurance präsentiert Asics den zweiten komplett neu entwickelten Trailschuh innerhalb eines Jahres. Als neues Topmodell soll der Endurance vor allem auf den langen Strecken überzeugen. Hier meine Eindrücke nach rund 100 Testkilometern.

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Erster Eindruck und Verarbeitung

Die knallige Farbkombination des FujiEndurance gefällt uns gut. Ein paar Muster und Tribals weniger hätten es auch getan, aber der japanische Markt mag es gerne bunt. Neben der guten Verarbeitung fällt auch die zusätzliche, außen angebrachte Fersenkappe auf. Die Außensohle scheint dagegen auf den ersten Blick nicht allzu viel Grip zu versprechen. Umso gespannter waren wir auf den Praxistest. Auch, weil der FujiEndurance der erste Schuh mit „PlasmaGuard“ ist – ein neues Obermaterial, das besonders wasserabweisend sein soll.

Passform und Schnürung

Der FujiEndurance fällt eher klein aus und ist vor allem im Vorfußbereich recht schmal geschnitten. Im Zweifel also eine (halbe) Nummer größer wählen. Der Tragekomfort ist allerdings hervorragend – der Schuh sitzt wie eine Socke. Das Obermaterial ist flexibel, Fersenbereich und Zunge sind angenehm weich gepolstert. Auch die klassische Schnürung mit der Asics-typischen Schnürsenkeltasche überzeugt.

Dämpfung und Stabilität

Der FujiEndurance ist ausgesprochen komfortabel gedämpft. Im Rückfußbereich hat Asics außerdem ein Gel-Element verbaut. Davon profitieren vor allem Läufer, die über die Ferse abrollen. Auf längeren Strecken tut das irgendwann fast jeder – insofern passt das Dämpfungskonzept zum vorgesehenen Einsatzbereich.

Die außen angebrachte Fersenkappe macht einen guten Job – der Fuß wird auch bei schnellen Richtungswechseln sicher geführt, ohne die Bewegungsfreiheit einzuschränken. Für zusätzlichen Halt sorgt das in die Schnürung integrierte Mittelfußband.

Grip und Protektion

Das Profil der Außensohle scheint auf den ersten Blick ein Kompromiss aus Straßen- und Trailbereifung zu sein. Die Stollen sind vergleichsweise groß und mit 4 mm eher kurz. Sie stehen aber weit genug auseinander, so dass der Schuh im Test auf fast allen Untergründen gute bis sehr gute Traktion bot. Das gilt auch bei Nässe – erst in richtig tiefem Matsch stieß der FujiEndurance an seine Grenzen.

Gegen ungewollten Feindkontakt schützen die ausgeprägte Zehenkappe und eine Steinschutzplatte im Mittelfußbereich. Spitze Steine drücken nicht durch, trotzdem gibt der Schuh ausreichend Rückmeldung über die Bodenverhältnisse. Die „PlasmaGuard“-Beschichtung hält, was Asics verspricht. Im Test blieben die Füße auch nach der xten Pfütze trocken. Wassertropfen perlen fast wie an einer Lotusblüte ab. Natürlich kann auch eine Beschichtung nicht verhindern, dass Wasser von oben in den Schuh läuft. Aber sie ist eine leichte und flexible Alternative zur klassischen GoreTex-Membran.

Laufeigenschaften

Mit 350 g Gewicht und 8 mm Sprengung ist der FujiEndurance keine Rennsemmel – zumindest auf dem Papier. Umso erstaunlicher deshalb, wie leicht und dynamisch sich der Schuh läuft. Trotz der komfortablen Dämpfung steht der Fuß relativ flach über dem Trail. Die Sohle ist sehr flexibel, so dass sich der FujiEndurance problemlos auch über den Mittel- bzw. Vorfuß laufen lässt. Insgesamt ein Schuh für (fast) alle Lebenslagen – mit viel Komfort und Stabilität für die Langstrecke, aber genügend Dynamik für Wettkämpfe und schnelle Läufer.

Asics Gel-FujiEndurance

Kategorie: Allround
Gewicht: 350 g (EU 44)
Sprengung: 8 mm
wenig
viel
Dämpfung
Stabilität
Grip
Protektion
Dynamik

Pro

  • Ausgewogene Allround-Eigenschaften
  • Sehr guter Fersenhalt
  • Wasserabweisend

Contra

  • Relativ schwer

Fazit

TrailBlog
Der FujiEndurance hält, was der Name verspricht: Als ausgewogener Allrounder ist der Schuh eine gute Wahl für lange Strecken und leichtes bis mittelschweres Terrain. Der Grip ist besser, als man auf den ersten Blick vermutet, und das wasserabweisende Obermaterial hält den Fuß tatsächlich trocken. Mit 350 g ist der Schuh allerdings recht schwer.
Stand 08.01.2016. Aktuelle Preise und Spezifikationen können abweichen.
Hendrik

Von

Hendrik ist leidenschaftlicher Trailrunner und Gründer des TrailBlog. Neben kurzen, steilen Rennen reizen ihn lange Touren auf eigene Faust in den Bergen. Hendrik ist ASICS Frontrunner und wird unterstützt von Garmin, SZIOLS und ultraSPORTS. Folge ihm auch auf Strava, Twitter und Instagram.

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2 Kommentare

  1. Elisabeth Freudenthaler

    den Schuh muss ich haben. Da mit Februar die Laufsaison für mich beginnt, wäre das gleich ein toller Start ins neue Jahr. Ich hatte bis vor kurzem Nike, doch probierte ich dann einmal Asics aus und seit dem kann ich mir nichts anderes mehr vorstellen. Es läuft sich unheimlich gut darin, mein Fuss hat genug Platz und die Zehen schlafen beim laufen nicht mehr ein und sie haben so richtig knallige Farben, welches ich sehr mag.

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  2. Chris

    Liest sich ja spannend!
    Bei mir ist jetzt der GEL-FUJIRUNNEGADE 2 eingetroffen auch mit PlasmaGuard Technologie, kann es kaum erwarten den einzulaufen!
    Grüße aus Berlin

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