Dichter Nebel und wegloses Gelände: Wer die Bob Graham Round meistern will, muss sich gut orientieren können!

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Bob Graham Round: Wir sind dann mal weg!

66 Meilen, 8.000 Höhenmeter, wegloses Gelände und dichter Nebel: Die Bob Graham Round im nordenglischen Lake District ist die ultimative Herausforderung für Fell Runner. Matthias und drei Begleiter wollen sie am Sonntag in weniger als 24 Stunden bewältigen!

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Die Bob Graham Round im nordenglischen Lake District ist eine legendäre Herausforderung für Ultraläufer: 66 Meilen, 42 Gipfel, 8.000 Höhenmeter, Wind und Regen nahezu ganzjährig garantiert. Benannt ist sie nach ihrem Erfinder, der bereits 1932 (!) als erster alle 42 Anhöhen innerhalb eines Tages bewältigte.

Wer es schafft, diese Runde über Stock und Stein, durch Bäche und Morast in weniger als 24 Stunden zu bewältigen, der kann seither darauf hoffen, in den „Bob Graham 24 Hour Club“ aufgenommen zu werden. Alle zwei Jahre Ende Oktober trifft sich der illustre Kreis im Shap Wells Hotel in Keswick, um in der Geschichte dieser typisch britischen Herausforderung zu schwelgen und die Tradition aufrecht zu halten.

Matthias, Frank und Michael beim Streckencheck.

So gut wie auf diesem Bild ist das Wetter nur selten.

Nix für Minimalisten: Die Bob Graham Round stellt auch die Ausrüstung auf die Probe.

Michael, Dominik und Matthias am Scafell Pike, mit 977 m ü.NN der höchste Punkt Englands

Bis man die Schwelle des Shap Wells Hotel übertreten darf, ist es jedoch ein buchstäblich steiniger Weg. Nur jeder dritte Kandidat schafft die gefürchtete Runde in der geforderten Zeit. Unter den Gescheiterten finden sich zahlreiche exzellente Ausdauer-Athleten. Seit 1970 wird akribisch Buch geführt, bis Ende 2013 hatten 1848 Läuferinnen und Läufer die BGR innerhalb von 24 Stunden bewältigt. Das sind weniger Menschen, als bis dato auf dem Mount Everest gestanden haben. Und unter den Hütern dieses „Lauf-Grals“ gibt es nur eine Handvoll Ausländer. Denn das Fell Running, das Laufen durch die meist weg- und vegetationslosen, nebelgesättigten und windumtosten Berge der britischen Insel hat seine ganz eigenen Gesetze.

Nahezu aussichtslos wird das Unterfangen, wenn die BGR ohne die geringsten Streckenkenntnisse, ohne „Pacer“ (ortskundige Begleitläufer) und ohne eine mehrköpfige Support-Mannschaft in Angriff genommen wird. Genau das aber haben wir vor: Um 0:30 Uhr der Nacht vom 2. auf den 3. Juli wird das Abenteuer BGR für Frank Kleinsorg, Michael Strohmann, Dominik Singer und mich beginnen. Dann müssen wir ohne fremde Hilfe unseren Weg auf alle vorgeschriebenen 42 Gipfel finden. Die Strecke vorher in irgendeiner Form zu markieren, ist streng verboten. Die BGR ist nicht zuletzt eine Art Orientierungslauf. Wer sich zwei- oder dreimal (im meist dichten Nebel) verläuft oder zu lange nach der optimalen Route suchen muss, kann die Pläne für eine erfolgreiche BGR fast schon begraben. Oder er muss rennen wie der Teufel… Wir sind dann mal weg!

100,3 km
Distanz
7.580 m
Anstieg
7.580 m
Abstieg
GPS-Download
Matthias

Von

Kein Felsen zu hoch und kein Fluss zu tief. Es gibt fast nichts, wo Matthias nicht rauf-, drüber- oder durchlaufen möchte. Der Polizeibeamte und Personal Trainer lebt im Harz und fühlt sich auf schmalen Bergtrails, bei Ultras und Etappenrennen zu Hause.
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7 Kommentare

  1. Maazel

    Dafür lässt‘ Du mich also beim Ironman sitzen!
    Viel Erfolg… Wenn es welchen gelingt, dann EUCH!!!

    Der kleinen Schar voll HAMMERWERFER!! ✊

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    • Matze

      Dankeschön , Raketentyp Dir maximalen Erfolg beim IM und alles andere holen wir bei unserer grandiosen Roth-Team-Challenge nach

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  2. Markus

    Verrückt. Ernsthaft. Verrückt. Aber Wahnsinn.
    Ich drücke die Daumen und warte gespannt auf Bericht und Bilder… ;)

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