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„Eat and Run“ von Scott Jurek

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Scott Jurek ist so etwas wie der Lance Armstrong des Ultra-Runnings – nur mit veganer Ernährung statt EPO & Co. Den Western States Ultra gewann er zwischen 1999 und 2005 sieben mal in Folge. Jetzt hat er ein Buch geschrieben: „Eat & Run“ ist Autobiografie, Lauftagebuch und Ernährungs-Ratgeber in einem.

Das Buch beginnt in der Wüste des Death Valley, beim Badwater Ultramarathon 2005. Jurek war dort als Favorit an den Start gegangen, obwohl er erst wenige Tage zuvor die 100 Meilen des Western States Ultra absolviert (und gewonnen) hatte. Badwater gilt als härtestes Eintagesrennen der Welt – denn neben den 217 km bis zum Ziel müssen die Teilnehmer vor allem die extremen Temperaturen von 55 Grad bewältigen. Und auch Jurek wird in der Wüste Nevadas an seine Grenzen geführt…


Von dort springt die Geschichte zurück in die Kindheit Jureks, die er in ärmlichen Verhältnissen in Minnesota verbrachte. Wir erfahren von dem schwierigen Verhältnis zu seinem Vater und seinem Wunsch, aus der Enge auszubrechen. Eine Möglichkeit dazu findet er im Ausdauersport – zunächst beim Skilanglauf, doch schon bald entdeckt er sein Talent, lange Strecken zu Fuß zu bewältigen. Es folgen erste Erfolge bei lokalen Ultra-Rennen und sein Sieg beim Western States 100 im Jahr 1999, als er als Nobody die Konkurrenz schockte.

Co-Autor von „Eat & Run“ ist der Journalist Steve Friedman, der im Jahr 2010 schon ein beeindruckendes Portrait über Jurek für die amerikanische Runner’s World verfasst hatte.

Jurek erzählt inspirierend, ohne Star-Allüren und so lebensnah, dass man sich gut in seine Situation hineinversetzen kann. Er berichtet von seinen (zahlreichen und teils auch gescheiterten) Experimenten mit verschiedenen Trainingsmethoden und dem Umstieg auf vegane Ernährung. Am Ende jedes Kapitels gibt er Trainingstipps und vegane Rezepte weiter. Selbst wenn man nicht plant, 100-Meilen-Rennen zu laufen oder Veganer zu werden, findet man dort jede Menge Inspiration.

Fazit

„Eat & Run“ ist vor allem ein Buch darüber, wie das Laufen einen Menschen über den Sport hinaus verändern kann, wie es Einfluss auf Psyche, Ernährung und Lebenseinstellung nimmt. Wer „Born to run“ von Christopher McDougall mochte, wird „Eat & Run“ lieben.

Eat and Run – Scott Jurek und Steve Friedman
272 Seiten, Juni 2012
17,95€ (gebunden), 9,69€ (Kindle eBook)
Bisher noch nicht auf Deutsch erschienen
Hendrik

Von

Hendrik ist leidenschaftlicher Trailrunner und Gründer des TrailBlog. Neben kurzen, steilen Rennen reizen ihn lange Touren auf eigene Faust in den Bergen. Hendrik ist ASICS Frontrunner und wird unterstützt von Garmin, SZIOLS und ultraSPORTS. Folge ihm auch auf Strava, Twitter und Instagram.
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3 Kommentare

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  1. Steve

    Kann dieses Buch auch nur wärmsten empfehlen. Toll geschrieben und sehr inspirierend.

    Man muss auch kein Englisch-Crack sein um es zu verstehen.

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  2. Katrin

    Hallo Hendrik, „Eat & Run“ mussten wir als vegane Läufer natürlich sofort nach Veröffentlichung besitzen und hatten auch eine Review geschrieben. Natürlich hat Scott Jurek extreme Leistungen erbracht, absolute Hochachtung, egal welche Ernährung er verfolgt. Ich war trotzdem fast ein wenig enttäuscht von dem Buch und hätte mir „mehr“ erwartet.
    Nichtsdestotrotz gehört es sicherlich zu den Büchern, die man als Läufer gelesen hat. „Born tu Run“ hat mich damals wesentlich mehr gepackt!

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    • Hendrik

      Hendrik

      Hallo Katrin,
      Danke für deinen Kommentar. „Born to Run“ ist literarisch sicher deutlich runder, aber gerade die Tatsache, dass sich Jureks Buch wie ein authentischer Erfahrungsbericht liest, macht es aus meiner Sicht so inspirierend.

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