Test Trailschuhe       6

Hoka One One Mafate Speed 2 im Test

Hoka One One hat diesen Herbst ein Update des Mafate Speed ins Rennen geschickt. Wir wollten wissen, ob der Mafate Speed 2 wirklich soviel Komfort bietet wie Hoka verspricht und haben ihn beim Tor des Geants ausgiebig getestet.

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Erster Eindruck und Verarbeitung

Schon im Schuhregal im Berner Laufladen fallen die Hoka aus der Reihe. Sie sehen einfach untypisch für einen Trailschuh aus und machen wenig Lust auf schnelles dynamisches Laufen. Aber der Fokus liegt bei Hoka ja auch mehr im Komfort auf den langen Trails.
Die Sohle ist sehr weich und läßt befürchten, daß mit starkem Abrieb zu rechnen ist. Auffallend ist auch, daß der Schuh viel leichter ist als es die Form vermuten läßt.

Die Verarbeitung wirkt auf den ersten Blick hochwertig, Nähte und Verklebungen sind sauber verarbeitet.

Passform und Größen

Beim Anprobieren im Geschäft fühlt sich der Schuh anfangs sehr ungewohnt, aber nicht unangenehm, für unseren Tester an. Normalerweise bevorzugt er Schuhe wie den Salomon Sense Pro. Trotz der hohen Sohle von 35 mm hat man jederzeit ein gutes Gefühl zum Untergrund. Im Vorfussbereich bietet der Mafate Speed 2 sehr viel Platz, vielleicht sogar für Läufer mit sehr schmalen Füssen zu viel Platz.

Die Schnürung (Hoka Race-Lace System) funktioniert sehr gut, sie mußte während der gesamten Testdauer bei unterschiedlichsten Wetterbedingungen nie nachfixiert werden. Die Polsterung der Zunge ist genau richtig gewählt, es entstehen keine Druckstellen und der Fuß wird nicht eingequetscht.
Der Herrenschuh wird in den Größen 40 bis 47 ⅓ und der Damenschuh in den Größen 36 bis 44 mit einer ⅔ Unterteilung angeboten. Der Schuh fällt normal aus. Die Herstellerseite bietet leider keine Informationen zum Damenmodell, zudem wird bei den Herren nur ein rotes Modell dargestellt. Im Geschäft gibt es aber lediglich das blaue Modell.

Grip und Laufeigenschaften

Die Laufeigenschaft ist viel besser als die nach aussen wirkende dicke Sohle denken lässt. Trotz der hohen Sohle von 35 mm hat man jederzeit ein gutes Gefühl zum Untergrund. Die Sprengung des Mafate Speed 2 beträgt lediglich 4 mm.

Die Außensohle ist mit tiefen Kerben ausgestattet, die sich den verschiedenen Untergründen sehr gut anpassen. Das 5 mm dicke Vibram Mega-Grip Profil sorgt auf auf fast allen Untergründen für hervorragenden Grip. Im alpinen Gelände oder auf wurzeligen Trails fühlt sich der Schuh wie zu Hause, allerdings seinen ganz grossen Vorteil spielt er erst auf den ganz langen Distanzen jenseits der 100 km aus. Mit nassen Steinen hat der Schuh etwas mühe, aber auch daran gewöhnt man sich relativ schnell.

Dämpfung und Protektion

Beim Thema Komfort und Dämpfung geht Hoka keine Kompromisse ein und selbst nach über 200 Kilometern fühlt man sich in diesem Schuh noch pudelwohl. Die dicke und weiche Sohle dämpft alle groben und spitzen Unebenheiten von unten, so daß auf eine integrierte Schutzplatte beruhigt verzichtet werden kann. Selbst im alpinen Gelände hat der Schuh einen hervorragenden Job verrichtet und unseren Tester nicht enttäuscht.
Die Zehenbox bietet ausreichenden Schutz, gerade dies war sehr hilfreich bei langem Streckenverlauf und immer müder werdenden Beinen. Felsenkontakt ist zwar nicht wünschenswert, aber war in diesem Fall nie ein Problem. Der hochgezogene Fersenschutz gibt ausreichend Stabilität.

Testdauer

Der Schuh wurde von unserem Tester bei einem kurzen Berglauf auf die Rigi und dann etwa 210 Kilometer beim Tor des Geants getestet. Bei diesem Rennen gibt es Forstwege, viele alpine Singletrails, aber auch einige Asphaltpassagen. Auch das Wetter bot einige Facetten, Sonne, Regen und zeitweise sogar leichten Schnee.

Leider hat der Schuh den Ansprüchen nach 210 Kilometern nicht standgehalten und die Sohle am rechten Schuh löste sich, zudem lösten sich beide Fußkappe leicht. Dies ist natürlich ein „no-go“ für den Mafate Speed 2 und wir hoffen, daß es sich um ein einmaliges Problem handelt und nicht um eine Serienproblem. Im Schuhladen wurde der Schuh problemlos ersetzt und erwähnt, daß dies der erste Hoka Schuh ist den sie zurücknehmen müssen.

Hoka One One Mafate Speed 2

Kategorie: Ultra
Gewicht: 321 g
Sprengung: 4 mm
wenig
viel
Dämpfung
Stabilität
Grip
Protektion
Dynamik

Pro

  • Komfort
  • Dämpfung

Contra

  • Schnürsenkel können nicht verstaut werden
  • Verarbeitung

Fazit

TrailBlog
Hoka One One hat mit dem Mafate Speed 2 einen wirklich sehr komfortablen Schuh für die Ulrastrecken jenseits der 100 Kilometer auf den Markt gebracht. Er verfügt über hervorragend Grip auf fast allen Untergründen und macht mehr Spaß als der Augenschein anfangs vermuten läßt. Leider hat unser Exemplar den harten Testbedingungen nicht standgehalten, aber wir werden dem Schuh wenn sich die Gelegenheit bietet eine zweite Chance geben.
Stand 27.09.2016. Aktuelle Preise und Spezifikationen können abweichen.
Carsten

Von

Carsten ist seit 20 Jahren aktiver Läufer und mittlerweile fast nur noch auf Trails zu finden. Im Wettkampf läuft er bevorzugt die langen Distanzen. Die Berge hat er praktisch vor der Haustür: Carsten lebt mit seiner Familie in Zürich. Folge seinen Fußspuren auf Strava.
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6 Kommentare

  1. Ingo

    Also ich habe 2 x den Clifton 2 , an dem lösT sich die Sohle auch nach wenigen hundert Kilometern auf… Mit dem Stinson habe ich diese Probleme nicht.

     Antworten ·
  2. Nadja

    hm..das ist jetzt interressant. Ich hatte immer Saucony Xodus wegen der Vibram Sohle und der guten Passform an meinem breiten Fuss. Bei dem letzten Modell von Saucony mit Vibram Sohle hat sich dann schon nach ca.150 km die Fuss(Zehen)kappe vorne gelöst. Da mir das Einschicken zu umständlich war habe ich die Schuhe bei Mister Minit um 4,- kleben lassen-hält immer noch. Das Nachfolgemodell vom Saucony Xodus heisst Xodus ISO und siehe da: keine Vibram Sohle mehr. Habe ihm trotzdem eine Chance gegeben aber leider konnte mich diese Sohle nicht überzeugen sondern enttäuschte mich sogar.Ich muss dazu bemetken, dass ich viel im felsigen Gelände wie die Julischen Alpen unterwegs bin. Also wechselte ich zum Hoka One One allerdings nicht Mafate sondern Speedgoat.Minimal schmaler aber immer noch super für breite Füsse und vor allem eine Vibram Sohle – für mich auf Felsen ob trocken oder feucht die erste Wahl . Aber auch dort löste sich nach ca.150 km wieder vorne die Kappe. Diesmal habe ich mir mittels Superkleber selbst geholfen . Ist sicher nicht in Ordnung aber für mich immer noch besser als eine Sohle mit der ich nur rutsche und zu der ich kein Vertrauen habe gerade bei Downhills!!Ausserdem ist er echt bequem .Bin mit einem neuen Hoka(dem Speedgoat nicht Mafate) ohne ihn vorher einzulaufen gleich beim Dolomiten Di Brenta Trail in Italien gelaufen-45km,3000hm- und habe nicht eine schmerzende Stelle gehabt!!
    Wird wohl der Kleber zwischen Sohle und Schuh nicht der Richtige sein sowohl beim Saucony als auch beim Hoka. Ich kann nur hoffen, dass Hoka jetzt nicht auch Abstand von der Vibram Sohle nimmt sondern versucht die Verbindung zwischen Schuh und Sohle zu verbessern/optimieren.

     Antworten ·
    • Carsten

      Carsten

      Vielen Dank für Dein interessantes Feedback. Ich denke auch, es sollte möglich sein einen Schuh anständig zu besohlen. Wäre schade, weil der Schuh bis Km 200 wirklich einen sehr guten Eindruck bei mir hinterlassen hat.

       Antworten ·
  3. Yves

    Leider denke ich nicht, dass es sich beim erwähnten Qualitäts-Mangel um einen Einzelfall handelt: Ich bin Hoka-Träger der ersten Stunde und habe dies leider bereits bei mindestens 3 Modellen erlebt. Auch mein aktueller Schuh, der Speedgoat, zählt dazu: Nach gut 250km lösten sich nicht nur Teile der Sohle ab, sondern auch das Mash des Obermaterials riss an gleich 4 Stellen ein. Insgesamt eine mangelnde Verarbeitung für mein Empfinden. Aber wie der Tester erfreue ich mich ansonsten an einem tollen Laufgefühl.

     Antworten ·
    • Trailtiger

      Das Mesh-Material reißt häufig durch verkrusteten Schlamm. Am besten den verschmutzten Schuh nach dem Laufen mit unter die Dusche nehmen und reinigen, dann kann man das Risiko deutlich minimieren.
      Ich laufe den Stinson 3 ATR (700km), den Clayton (450km) und den Speedgoat (300km), allesamt bislang unbeschadet.

       Antworten ·