Innsbruck Alpine Trailrun Festival 2016

Carsten

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Fotos Sportograf

Rennen

Am Wochenende stand die Tiroler Landeshauptstadt ganz im Zeichen des Innsbruck Alpine Trailrun Festivals. Rund 900 begeisterte Läufer aus 30 Nationen auf 5 verschiedenen Distanzen machten das Festival zu einem wahren Trailspektakel. Bei perfektem Laufwetter präsentierten sich Innsbruck und seine einzigartige Alpenlandschaft von ihrer besten Seite und boten den Läufern unvergessliche Eindrücke.

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Das Festival

Die Expo und das Rahmenprogramm wurden bereits am Freitag ab 14:00 in der
‚Trail City‘ am Landestheatervorplatz eröffnet. Hier konnten auch die Startnummern abgeholt werden. Zu den Austellern gehörten Scott als Hauptsponsor, Salomon, Adidas und Leki um nur einige zu nennen.

Am Samstag wurde bereits um 4:00 das Starterfeld der Königsdisziplin über 85 km auf die Reise geschickt. Im weiteren Tagesverlauf wurden dann die anderen Disziplinen über 65, 43, 25 und 15 km gestartet. Ab 12:00 öffnete dann auch wieder die Expo, so daß den ganzen Tag volles Programm geboten wurde. Ab 19:00 begann die After-Run-Party im Hotel Grauer Bär mit dem Rahmenprogramm und der Siegerehrung.

Strecken

Innsbruck Alpine bot seinen Teilnehmern einen außergewöhnlichen Mix aus urbanen Sehenswürdigkeiten und alpinem Bergpanorama. Die Streckenabschnitte in der Landeshauptstadt sowie der mittelalterlichen Haller Altstadt ermöglichten „Seitenblicke“ auf zahlreiche historische Monumente und zählten mit zu den Highlights des Laufs. Im Mittelpunkt der einzelnen Distanzen stand jedoch eindeutig die unberührte und facettenreiche Naturlandschaft der Tiroler Alpen. Die vielseitigen Trails und das beeindruckende Panorama imponierten den Läufern und bestätigten so die vielfältigen Lauf- bzw. Trailmöglichkeiten in und um Tirols Landeshauptstadt.

K15 – Rookie Trailrun

Beim 15 Kilometer langen Rookie Trail kamen die Genussläufer und weniger erfahrenen Trailläufer auf ihre Kosten. Gestartet wurde um 16:30 in der historischen Altstadt in Hall, wo die Läufer Treppenanstiege und Hausdurchquerungen erwarteten. Auf einmaligen Trails vorbei an den Almen der Nordkette mit beeindruckenden Panoramaausblicken auf die Alpenmetropole erreichten die Läufer nach 400 Höhenmetern das Ziel in der Innsbrucker Innenstadt. Das Zeitlimit betrug 3 Stunden und zur Pflichtmaterial zählten Mobilfunkgerät, Funktionelle Kleidung, Trinkbecher, Personalausweis und Krankenversicherungskarte.

Ergebnisse: Damen
1. Alexandra Hauser (Team Intersport Patrick St.Johann) 1:26:25
2. Kerstin Schneehage (ASICS Frontrunner) 1:26:26
3. Birgit Posselt (SC Aising-Pang) 1:28:42
Ergebnisse: Herren
1. Hannes Frankhauser 1:19:41
2. Werner Reichenkendler (3 team Saalfelden) 1:20:19
3. Michael Moisenbichler (Impuls Fitness) 1:20:19

K25 – Trailhalbmarathon

Allen Hobbyläufern bot der 25 Kilometer lange Trailhalbmarathon die ideale Möglichkeit Trailrunning für sich zu entdecken und die vielfältigen Singletrails des Karwendels zu erkunden. Vom Start um 8:00 in Innsbruck führte die Strecke über Highlights wie den Höttinger Graben, den Stangensteig und die vielfältigen Trails des Akademikersteigs ins Ziel am Natterer See. Dabei galt es 950 positive Höhenmeter zu überwinden. Das Zeitlimit betrug 4 Stunden und zur Pflichtmaterial gehörten Mobilfunkgerät, Laufschuh mit griffiger Sohle, Funktionelle Kleidung, Trinkbecher, Personalausweis und Krankenversicherungskarte.

8:00 Uhr Innsbruck- Start des K25

Ergebnisse: Damen
1. Michelle Meier (PTSV Rosenheim) 2:04:03
2. Kaisa Laapas 2:14:40
3. Sarah Wilmschen 2:21:20
Ergebnisse: Herren
1. Roman Kessler (LG-Decker Itter) 1:48:10
2. Peter Holzknecht (Happy Fitness 24h) 1:55:24
3. Alexander Hager (Die Hundeartigen) 1:58:45

K42 – Trailmarathon

Der K42 bot allen Marathonliebhabern ab 12:30 die Möglichkeit diese Distanz als Trail zu bewältigen. Es mussten dabei 1450 Höhenmeter bewältigt werden. Die einmalige Trailstrecke ausgehend vom idyllischen in Wäldern eingebetteten Natterer See führt vorbei am Bergisel, über Hall im Tirol und über die Almen der Nordkette schlussendlich ins Ziel in die Innsbrucker Innenstadt. Das Zeitlimit beträgt 7 ¾ Stunden und es gibt 2 UTMB Punkte. Zur Pflichtmaterial zählten Mobilfunkgerät, Laufschuh mit griffiger Sohle, Funktionelle Kleidung, Trinkbecher, Personalausweis und Krankenversicherungskarte und Erste-Hilfe-Paket.

Kurz vorm dem Start des K42 am Natterer See

Ergebnisse: Damen
1. Eva Sperger 4:08:29
2. Vera Nina Schneebeli 4:23:37
3. Elfi Frank (Lauffeuer Chiemgau) 4:29:17

Die männlichen K42 Sieger (vlnr. Benni, Donnino, Adrian)

Ergebnisse: Herren
1. Donnino Anderhalden (MegaJoule / TV Oerlikon) 3:20:01
2. Adrian Niski 3:31:33
3. Benjamin Bublak (Team Montura) 3:32:16

K65 Panorama Ultra Trail powered by trailrunning-szene

Beim K65 werden die erfahrenen Trailläufer auf 65 Kilometer mit 2100 Höhenmeter rund um die Landeshauptstadt Innsbruck geführt. Gestartet wurde gemeinsam mit den K25 um 8:00 morgens auf dem Theaterplatz in Innsbruck. Abwechslungsreiche Trails mit vielen atemberaubenden Panoramaausblicken führten die Läufer zu den schönsten Plätzen der Umgebung. Zu den Highlights zählte sicherlich der idyllisch gelegene Natterer See, die herausfordernde Sillschlucht und die City Trails der Haller Altstadt. Das Zeitlimit lag bei 12 Stunden und im Ziel durfte man sich über 3 UTMB® Punkte freuen. Zur Pflichtmaterial gehörten Mobilfunkgerät, Laufschuh mit griffiger Sohle, Funktionelle Kleidung, Trinkbecher, Personalausweis und Krankenversicherungskarte, Erste-Hilfe-Paket und 1 Liter Flüssigkeit.

Ergebnisse: Damen
1. Basilia Förster (Team Erdinger Alkoholfrei) 6:46:49
2. Eva Färberböck 7:03:11
3. Gertraud Mair (SK Rückenwirnd) 8:13:04
Ergebnisse: Herren
1. Robert Weihs 5:52:13
2. Michael Geisler(SC Alcatel-Lucent Austria) 6:01:40
3. Marcel Höche (Team Androgan) 6:14:24
K85 Scott Heart of the Alps Ultra

Der K85 war die Königsdisziplin der 5 Strecken und bot vor allem für erfahrene Läufer die perfekte Herausforderung da es zu den fast 86 Kilometern auch noch 3600 Höhenmeter zu bewältigen gab. Der Start war um 4:00 bei Temperaturen um die Null Grad. Die Rundstrecke führte die Teilnehmer über die Almen der Nordkette, vorbei am Almenweg der Götzner-, Mutterer- und Kreither Alm Richtung Mieders. Nach der Querung der imposanten Sillschlucht führte der Weg weiter zur historischen Salzstadt Hall. Über die traditionsreichen bäuerlichen Gemeinden Absam und Thaur führte der Trail zurück ins Ziel am Vorplatz des Tirolr Landestheaters in Innsbruck. Das Zeitlimit betrug 19 ½ Stunden. Im Ziel konnte man sich über 4 UTMB® Punkte freuen. Zur Pflichtmaterial zählten Mobilfunkgerät, Laufschuh mit griffiger Sohle, Funktionelle Kleidung, Trinkbecher, Personalausweis und Krankenversicherungskarte, Erste-Hilfe-Paket, 1 Liter Flüssigkeit, min. 2 Riegel (min. 500 kcal.), Stirnlampe und Schuhspikes.

4:00 Uhr Innsbruck – Start des K85

Ergebnisse: Damen
1. Ildiko Wermescher (FT Jahn Landsberg) 11:26:31
2. Daniela Karigl 11:38:40
3. Bettina Freynhofer 11:51:33

Die ersten drei Herren der Königsdisziplin (vlnr. Daniel, Martin, Rene)

Ergebnisse: Herren
1. Martin Schedler (Team Salomon Deutschland) 8:32:46
2. Daniel Jung (Gore Running Wear) 8:48:52
3. Rene Langgartner 10:10:54

Fazit

Das Innsbruck Alpine Trailrun Festival ist eine tolle Veranstaltung und wird sich im Wettkampkalender bestimmt schnell etablieren. Der Cheforganisator Alexander Pittle wird von einer tollen Crew umgeben, so daß die ganze Veranstaltung zu einem tollen Erlebnis wird. Aus meiner Sicht könnte gerade die Marathonstrecke mehr Trailanteil haben, aber das ist ja sehr subjektiv. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Beschilderung viel besser geworden, aber leider haben sich immer noch einige Athleten verlaufen. Dies ist bestimmt der einzige negative Punkt der zu erwähnen ist. Wir können diese Veransatltung nur empfehlen. Denkt an frühzeitiges Anmelden da alle 5 Läufe komplett ausgebucht waren.

Fotos vom Sportograf mit freundlicher Genehmigung.

Stimmen zum Rennen

Martin, Glückwunsch zum Sieg bei der Königsdisziplin über 85 km.
Du bist vor zwei Wochen erst bei der DM in Bilstein über 65 km gelaufen. Es scheint, dass Du sehr gut regernierst.
Hast Du da vielleicht ein Geheimrezept für uns?

Ja, das stimmt. Ich bin ja schon dafür bekannt, dass ich relativ viele Wettkämpfe laufe :-) Das ist glaube ich genau meine Stärke,
dass ich sehr gut regeneriere und einen ganz starken Willen habe.
Im Vorfeld der DM war ich allerdings körperlich angeschlagen und hatte privat sehr viel Stress, wodurch ich auch den Kopf überhaupt nicht frei hatte. In Innsbruck hat nun alles gepasst: Ich war wieder 100% gesund, fühlte mich frei, hatte keinen Druck und keine Erwartungshaltung. Natürlich habe ich aber nach der DM ruhig gemacht: D.h. nur lockeres Laufen, Sauna und habe es mir einfach gutgehen lassen. Zudem hat mich die Aussicht und Vorfreude auf bevorstehende spannende private Ereignisse extrem motiviert. Ich hatte mich erst nach der DM entschieden von der 65km-Strecke auf die 85km umzumelden, da ich gerade nach der etwas „langweiligen“ DM-Strecke mehr Abenteuer und mehr Herausforderung wollte.

Wie bist Du auf dieses Rennen aufmerksam geworden?

Ich habs im letzten Jahr bei Facebook entdeckt. Ich muss sagen, die Veranstalter haben gerade über die sozialen Netzwerke ordentlich Werbung gemacht. Ich war schon oft zuvor in Innsbruck, allerdings bisher nur im Winter und ich bin noch nie länger dort gelaufen.

Wie hast Du das Rennen erlebt? Bist Du von Beginn an alleine gelaufen?

Vom Beginn an waren wir zu dritt: Daniel, Rene und ich. Am ersten großen Anstieg (1000Hm) musste Rene dann abreißen lassen und wir waren nur noch zu zweit. Wir sind berghoch ein richtig hohes Tempo gegangen, haben gemerkt, dass wir beide ziemlich gut drauf sind. Wir haben beschlossen, dass wir solange wie möglich zusammen laufen wollten. Daniel war bergrunter sehr stark, gerade in den etwas technischen Passagen. Ich hatte zu dem Zeitpunkt ein kleineres Tief, konnte mich aber darauf in dem etwas welligen Profil gut erholen und gerade in der Sillschlucht konnte ich wieder richtig locker laufen. Auf dem Weg nach Hall i.Tirol hat Daniel langsam an den Anstiegen kleinere Probleme bekommen, er hat jedoch stark gekämpft. Kurz vor Hall (ca. bei Km 63) musste er dann aber abreisen lassen, ich hab mich zu dem Zeitpunkt unglaublich gut gefühlt. Der letzte größere Anstieg (bis Km 82) tat aber nochmal richtig weh und ich musste enorm kämpfen. Die letzten Km waren zudem noch härter, weil es bei mir verpflegungstechnisch recht knapp wurde: Wir waren von Anfang an, einfach zu schnell für fast alle Verpflegungsstellen. Die meisten hatten noch nicht mit uns gerechnet und noch nicht aufgebaut. Meine Verlobte Manon hatte mich zudem auf den letzten 27km verpasst, sodass ich auch von ihr keine Verpflegung bekommen konnte.

Wie gefiel Dir die Strecke?

Die Strecke war anspruchsvoller und „trailliger“ als erwartet oder das Höhenprofil vermuten ließ. Es waren absolut tolle Landschaftseindrücke, eine sehr abwechslungsreiche und kurzweilige Strecke. Das Wetter hat natürlich mitgespielt und war einfach traumhaft. Oben im Bereich des höchsten Punktes, war noch relativ viel Schnee und Eis, aufgrund des kurzfristigen Wintereinbruchs vergangene Woche. Wir hatten das Glück, zum Zeitpunkt des Sonnenaufgangs, oben auf dem Berg zu sein. Unvergessliche Augenblicke! Highlights mit Sicherheit auch die Sillschlucht, der rückseitige Blick zum Bergisel, das Durchlaufen der Burg Hasegg in Hall in Tirol und noch vieles mehr.

Wo sieht man Dich das nächste Mal am Start?

Normalerweise bin ich erst im Juni wieder am Start, dann in Namibia :-)
Wer mich kennt, weiß allerdings, dass ich bis dahin nicht die Füße still halten kann und vll. spontan irgendwo starte ;-)

Vielen Dank für das Interview und gute Erholung.

Stefan Lang (5. Pl. K42), Ildikó Wermescher (Sigerein K85), Basti Reichart (8. Pl. K42), Benni Bublak (3. Pl. K42), Autor Carsten Drilling (18. Pl. K42)

Ildiko, Gratulation zum Sieg. Warst Du das erste Mal hier in Innsbruck?

Vielen Dank :-) Ja, es ist der erste mal, dass ich in Innsbruck laufe, aber die Stadt habe ich schon mehrmals besucht.

Wie hast Du das Rennen erlebt? Bist Du von Beginn an auf Sieg gelaufen?

Das Rennen war für mich ein langes „Abenteuer“, so etwas ist mir in Österreich noch nie passiert. Ich habe mich insgesamt fünf mal verlaufen. Am Anfang war ich nur die 5. Frau, ab ca. 17 km hatte war ich dann auf den 3. Platz, dann habe ich Daniela (2. Frau) eingeholt. Wir sind lange Zeit zusammen gelaufen, auch dann zusammen „falsch“ gelaufen, und mehrmals hin und her gelaufen, und haben den richtigen Weg gesucht :-). Die Streckenmarkierung war so fehlerhaft, dass ich mental sehr kämpfen musste und mich immer wieder motivieren musste im Rennen drinzubleiben.
Wir sind von einem Streckenposten zum anderen gelaufen und haben dann erfahren, daß wir die erste Frauen sind. Am Ende bin ich ca.12 Min. vor Daniela ins Ziel Angekommen.

Wie gefiel Dir die Strecke?

Das war eine sehr schöne Runde um Innsbruck herum, abwechselungsreich, rauf und runter, mal Singletrails, mal Wald oder Schotterwege, wenig Straße, aber es hätte mir mit richtiger Markierung noch mehr gefallen :-)

Was ist Dein nächstes Ziel? Welche Rennen stehen für Dich in diesem Jahr noch an?

Mein nächstes Ziel ist am 14. Mai Ultratrail Australia, ein Rennen von Ultratrail World Tour. Alles Weitere plane ich danach. Natürlich als Mammut Pro Team Athletin bin ich beim Eiger und Swiss Irontrail mit dabei.

Vielen Dank für das Interview und ich wünsche Dir viel Spass und Erfolg in Down-Under.
Carsten

Von

Carsten ist seit 20 Jahren aktiver Läufer und mittlerweile fast nur noch auf Trails zu finden. Im Wettkampf läuft er bevorzugt die langen Distanzen. Die Berge hat er praktisch vor der Haustür: Carsten lebt mit seiner Familie in Zürich. Folge seinen Fußspuren auf Strava.
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3 Kommentare

  1. Sabrina

    Klingt doch wirklich cool – das mit den Streckenmarkierungen haben wir auch schon gehört. Wäre aber ja auch schade, wenn ein Event gleich einmal jegliches Potential nach oben erreicht hätte.

    Also beim nächsten Mal sind die Schönheitsfehler sicher ausgeglichen… :)

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  2. Nadine

    Ach wie toll! Das muss ich mir auch unbedingt mal ansehen.

    Ich möchte mehr von Österreich sehen und fahre zuerst nach Innsbruck und schaue mir die Sehenswürdigkeiten an und danach weiter nach Arlberg. Skifahren lernen. Ich freue mich schon.

    Grüße
    Nadine

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