Blick auf Innsbruck von der Viggarspitze

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Karwendel Tag 3: Von Innsbruck zum Glungezer

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Am dritten Tag meines Karwendel-Trips ging es rüber nach Innsbruck. Katharina hatte mich zu einem Trainingslauf in ihr Revier eingeladen. Das konnte ich mir natürlich nicht entgehen lassen – wann hat man sonst schon mal die Gelegenheit, mit einer österreichischen Meisterin im Bergmarathon zu trainieren? Außerdem war es eine schöne Gelegenheit, die Brooks-Kollegin kennenzulernen. Brooks steht bekanntlich für „Run happy“ – und Spaß hatten wir bei unser Tour am Samstag jede Menge!

Da Innsbruck tolle Berge im Überfluss besitzt, fiel die Auswahl der Strecke gar nicht so leicht. Wir entschieden uns letztlich für eine Tour in den Tuxer Alpen über die Viggarspitze zum Glungezer und von dort rüber zum Patscherkofel, dem Innsbrucker Hausberg. Zur Belohnung wartete dann eine Abkühlung im Lanser See auf uns.

„Door to trail“ ist in Innsbruck nicht nur ein Zauberwort der Sportartikelhersteller, sondern Realität. Von unserem Treffpunkt am Tivoli-Stadion (605 m ü.NN) sind es nur wenige Meter bis zum Lanser Steig, der uns zum gleichnamigen Dorf führt. Von dort geht es auf Waldwegen aufwärts zur Sistranser Alm (1609 m), die wir nach 8,5 km erreichen. Ich oute mich unfreiwillig als „Flachlandtiroler“, als ich dort einen Boxenstopp auf dem WC einlege. Als echter Tiroler ist man da wohl naturverbundener ;-). Dass man in Österreich nicht Trailrunning, sondern Berglauf sagt, lerne ich dann auch. Macht ja Sinn, schließlich sind hier eigentlich immer Berge mit dabei, wenn es auf den Trail geht. Tu felix Austria!

Ansonsten gibt es aber keinerlei Verständigungsprobleme. Als Läufer scheint man ohnehin überall dieselbe Sprache zu sprechen. Wir tauschen uns über Training, Wettkämpfe und Ziele aus und sprechen auch über Dinge, die nichts mit Sport zu tun haben. Die Sonne strahlt mit uns um die Wette!

Nach zügigen zwei Stunden haben wir die Viggarspitze (2304 m) erreicht. Wir klettern an der Ostseite ein paar Meter herab, wo wir den Berg ganz für uns haben, und genießen den Blick aufs Inntal zu unseren Füßen. Nach einem Riegel geht es weiter rauf zum Glungezer (2677 m). Auf dem Gipfel angekommen hüpfen wir ein wenig über die Felsbrocken und nutzen die letzten Schneereste für eine kleine Schneeballschlacht. Anschließend kehren wir in der Glungezerhütte ein, wo es frisch gebackenes Brot gibt.

Es folgt ein traumhafter Höhenweg herunter zum Patscherkofel (2246 m). Die Gesteinsplatten und -blöcke auf dem Weg verlangen höchste Konzentration, aber gerade deshalb wird alles andere um uns herum zur Nebensache. Schnell, leichtfüßig und instinktiv bewegen wir uns über das Terrain. Die wenigen Wanderer auf dem Weg springen meist erstaunt zur Seite. Immer wieder schaue ich mich zu Katharina um und sage ihr, wie viel Spaß ich habe. An ihrem Lächeln erkenne ich, dass es ihr ganz genauso geht. Kurz vorm Patscherkofelhaus wird der Pfad breiter und die Realität hat uns wieder. Erst jetzt bemerke ich, dass ich unterwegs den Garmin-Sensor am Fuß verloren habe. Egal, dieser Trail war es allemal wert!

Über die Skipisten laufen wir zurück ins Tal. Langsam spüre ich Müdigkeit in den Beinen. Kein Wunder, immerhin habe ich in drei Tagen rund 7000 Hm zurückgelegt. Am Lanser See leiten wir erste Regenerationsmaßnahmen ein und genießen die Ruhe nach dem Gipfelsturm.

Ein perfekter Tag!

Hendrik

Von

Hendrik ist leidenschaftlicher Trailrunner und Gründer des TrailBlog. Neben kurzen, steilen Rennen reizen ihn lange Touren auf eigene Faust in den Bergen. Hendrik ist ASICS Frontrunner und wird unterstützt von Garmin, SZIOLS und ultraSPORTS. Folge ihm auch auf Strava, Twitter und Instagram.
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