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Kilian Jornet – Déjame Vivir

Im zweiten Teil seines Summits of my Life-Projekts nimmt uns Kilian Jornet mit auf die prestigeträchtigsten Gipfel Europas. Es geht zum Elbrus Race nach Russland, in Rekordzeit auf den Mont Blanc (und wieder runter) und auf das Matterhorn. Ein inspirierender, ein atemberaubender Film!

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Im zweiten Teil seines Summits of my Life-Projekts nimmt uns Kilian Jornet mit auf die prestigeträchtigsten Gipfel Europas. Es geht zum Elbrus Race nach Russland, in Rekordzeit auf den Mont Blanc (und wieder runter) und auf das Matterhorn. Ein inspirierender, ein atemberaubender Film!

Seit seinen Speed-Rekorden am Mont Blanc (Juli 2013) und am Matterhorn (August 2013) ist Kilian Jornet auch außerhalb der Trailrunning-Szene ein Superstar. Die National Geographic kürte ihn zum Adventurer of the Year, die L’Equipe und die New York Times widmeten ihm große Titelgeschichten. Déjame Vivir zeigt, was hinter diesen schier übermenschlichen Leistungen steckt: Unbändige Leidenschaft, jahrelanges Training, akribische Planung und eine intime Beziehung zur Natur und den Menschen, die ihm nahestehen.

Wer Kilian in A Fine Line als zweifelnden, vom Unfalltod eines Freundes geschockten Sportler erlebt hat, erkennt ihn in Déjame Vivir kaum wieder: Mit spielerischer Leichtigkeit hüpft er über Bergwiesen, wie ein kleiner Junge freut er sich auf die neuen Herausforderungen. Der Film beginnt mit einer Rückblende in die neunziger Jahre. Während der junge Kilian seine ersten sportlichen Erfolge feiert, sind es die Pioniere des Skyrunnings, die ihn inspirieren. Marino Giacometti, Gründer der Skyrunning-Serie (damals noch fest in der Hand von Fila), und Bruno Brunod, der 1995 in 3:14 h einen damals für unmöglich gehaltenen Rekord am Matterhorn aufstellte.

„Als ich 13 war, habe ich Bruno Brunods Rekord gesehen. Ich dachte nur: Wow, es ist wirklich möglich! Das Matterhorn war mein bislang größter Traum.“

Dann werden wir Zeuge, wie Kilian die alten Rekorde fast schon langsam erscheinen lässt. Zunächst am Mont Blanc, zusammen mit Mathéo Jacquemoud. Der Profi-Skibergsteiger wirkt mindestens genauso jungenhaft wie Kilian – die beiden scheinen sich blind zu verstehen. Anschließend geht es zum Matterhorn. Nach den ersten Trainingsläufen hat Kilian noch Zweifel. Eine Szene zeigt Kilian mit seiner Freundin Emelie Forsberg am Fuß des Bergs beim Blick hinauf zum Gipfel. Vor allem Emelie ist sichtlich beeindruckt: „This makes me scared.“

Was folgt, ist eine der beeindruckendsten Leistungen im Bergsport überhaupt. In 2:52 h verbessert Kilian den alten Rekord von Brunod um über zwanzig Minuten. Für den auch technisch anspruchsvollen Aufstieg von Cervinia (2428 m) bis zum Gipfel (4478 m) benötigt er weniger als zwei Stunden. Den Abstieg schafft er in unter einer Stunde. Wer jemals selbst am Matterhorn war, kann die Bedeutung dieser Zahlen ungefähr begreifen.

Die Aufnahmen seines Rekordlaufs sind spektakulär und in einer gestochen scharfen Qualität. Nicht selten fragt man sich, wie es dem Team um Seb Montaz gelungen ist, Kilian mit der Kamera zu folgen (auch eine Kameradrohne muss schließlich erstmal auf den Berg gebracht werden).

Aber der Film zeigt auch, dass selbst Kilian an seine Grenzen gerät, wenn das Wetter nicht mitspielt. Seinen Rekordversuch am Elbrus (5642 m) muss er nur knapp unterhalb des Gipfels wegen Unterkühlung abbrechen. In diesen Szenen spürt man, dass es Kilian um weit mehr geht als nur um Rekorde. Der Titel des Films hätte nicht besser gewählt werden können: Déjame vivir – lass mich mein Leben leben. Kilian Jornet lebt für die Berge.

Habt ihr den Film schon gesehen? Wie hat er euch gefallen?

Déjame Vivir (62 min., Full-HD) gibt es als Download-Version für 9,95 Euro und als DVD mit Bonusmaterial für 19,95.

Hendrik

Von

Hendrik ist leidenschaftlicher Trailrunner und Gründer des TrailBlog. Neben kurzen, steilen Rennen reizen ihn lange Touren auf eigene Faust in den Bergen. Hendrik ist ASICS Frontrunner und wird unterstützt von Garmin, SZIOLS und ultraSPORTS. Folge ihm auch auf Strava, Twitter und Instagram.
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