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LED Lenser H7R.2 im Test

Für seine Stirnlampen wird LED Lenser regelmäßig mit Designpreisen überhäuft. Aber überzeugt die Technik aus Solingen auch auf dem Trail? Das Modell H7R.2 (mit Akku und 300 Lumen Lichtleistung) habe ich in den letzten Monaten ausgiebig getestet.

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Für seine Stirnlampen wird LED Lenser regelmäßig mit Designpreisen überhäuft. Aber überzeugt die Technik aus Solingen auch auf dem Trail? Das Modell H7R.2 (mit Akku und 300 Lumen Lichtleistung) habe ich in den letzten Monaten ausgiebig getestet.

Funktion

Auf dem Papier ist die H7R.2 mit ihren maximal 300 Lumen nicht besonders lichtstark. Silva, Petzl, Lupine & Co bieten bei ihren Mittelklasse-Modellen mehr (sind allerdings auch deutlich teurer). Doch die H7R.2 bringt ihre Leuchtkraft so platziert auf den Trail, das mir schon 200 Lumen meist völlig ausreichen. Die Leuchtweite lässt sich zudem stufenlos zwischen breit gestreutem Nah- und fokussiertem Fernlicht regulieren.

LED Lenser setzt auf eine patentierte Kombination aus Reflektor und Linse

Leuchtweite und Neigungswinkel können durch Drehen bzw. Kippen direkt an der Lampe reguliert werden

Zur Wahl stehen drei Leuchtprogramme: Im Low-Modus startet die Lampe gedimmt, während sie im Power-Modus aus voller Kraft scheint. In beiden Fällen lässt sich die Lichtstärke stufenlos anpassen. Im Signal-Modus schließlich blinkt die Lampe in frei wählbarer Frequenz. Im Drehschalter am Hinterkopf ist zudem ein Rücklicht integriert (das beim Einschalten den Ladezustand anzeigt).

Zum Aufladen schließt man die H7R.2 ganz einfach an die nächstbeste USB-Buchse. USB-Kabel und Netzteil liegen bei. Kleiner Wermutstropfen: Während des Ladevorgangs lässt sich die Lampe nicht einschalten. Ein Nachladen im „laufenden Betrieb“ ist also nicht möglich. Das dürfte aber ohnehin kaum erforderlich sein: Selbst bei dauerhaft maximaler Lichtstärke macht der Lithium-Ionen-Akku erst nach 6 Stunden schlapp. Und im Notfall kann man die H7R.2 auch mit handelsüblichen AAA-Batterien betreiben.

Akkufach mit USB-Anschluss und Drehregler mit integriertem Rücklicht

Nicht unmittelbar einleuchtend: Die Bedienung über die beiden Knöpfe.

Bedienung und Tragekomfort

Der kleine Knopf vorne auf der Lampe schaltet selbige ein. Soweit, so einfach. Doch die verschiedenen Leuchtmodi der LED Lenser erschließen sich erst nach einem Blick in die Bedienungsanleitung. Und auch wenn man die aufmerksam gelesen hat, braucht es etwas Übung: So wechselt man zwischen Low- und Power-Modus durch zweimaliges Drücken des Frontschalters. Die Lichtstärke regelt man über den den Drehschalter am Batteriefach. Um aber die maximale Lichtstärke zu aktivieren (sog. Boost Modus), muss man den Frontschalter gedrückt halten.

Der Drehschalter wiederum hat einen ziemlich schwachen Druckpunkt. Um ein versehentliches Einschalten des Rücklichts zu vermeiden, empfiehlt es sich deshalb die „Tastensperre“ zu aktivieren: Frontschalter (!) 5 Sekunden lang gedrückt halten. Klingt kompliziert und ist es anfangs auch. Das alles ist aber kein Problem mehr, sobald man das Zusammenspiel der beiden Knöpfe einmal verinnerlicht hat.

In Sachen Tragekomfort überzeugt die LED Lenser von Anfang an: Das Stirnband lässt sich mit einem Handgriff auf die passende Länge einstellen. Anschließend sitzt die Lampe auch ohne Mütze wackelfrei und bequem. Hier zahlt es sich aus, dass das Gewicht gleichmäßig zwischen vorne (Lampe) und hinten (Akku) verteilt ist. Noch komfortabler ginge es wohl, wenn das Akkufach zum Kopf hin gepolstert wäre. Mit ihren 165 Gramm trägt die LED Lenser aber auch nach mehreren Stunden kaum auf.

LED Lenser H7R.2

Gewicht: 165 g
Akku: 6 h (bei max. Lichtstärke) bis 60 h (Energiesparmodus)

Pro

  • Sehr gute Lichtausbeute
  • Leuchtweite und Lichtstärke stufenlos verstellbar
  • Auch mit Batterien nutzbar
  • Überragendes Preis-/Leistungsverhältnis

Contra

  • Bedienkonzept gewöhnungsbedürftig
  • Leuchten und Aufladen nicht gleichzeitig möglich

Fazit

TrailBlog
Die LED Lenser H7R.2 bietet viel Licht für wenig Geld: Die meisten Trails leuchtet sie schon bei mittlerer Helligkeit ausreichend aus. Bei maximaler Leuchtkraft sind auch technische Passagen kein Problem. Dazu kommt ein per USB aufladbarer Akku, der genug Saft für Ultratrails hat. Punktabzug gibt es nur in der B-Note: Die Bedienung ist nicht gerade intuitiv. Wer sich einmal daran gewöhnt hat, bekommt aber eine erstklassige Stirnlampe zu einem unschlagbaren Preis.
Stand 16.03.2015. Aktuelle Preise und Spezifikationen können abweichen.
Hendrik

Von

Hendrik ist leidenschaftlicher Trailrunner und Gründer des TrailBlog. Neben kurzen, steilen Rennen reizen ihn lange Touren auf eigene Faust in den Bergen. Hendrik ist ASICS Frontrunner und wird unterstützt von Garmin, SZIOLS und ultraSPORTS. Folge ihm auch auf Strava, Twitter und Instagram.
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6 Kommentare

  1. Daniel

    Ich mag den alten H7R schon – die wichtigsten „Kritikpunkte“ wurden da wohl schon verbessert. Bessere Akkulaufzeit und eine Ladestandanzeige, wenn ich es richtig verstanden habe ist die Lampe jetzt auch geregelt. Das war am alten LED Lenser das ärgerlichste. Beim testen alles wunderbar hell, aber nach 5 Minuten laufen lässt die Helligkeit rapide nach.

    Ich nutze das Ding für den ein oder anderen Waldlauf und für dunkle Industriegebiete u.ä. – vor allem wegen der Gewichtsverteilung trage ich den lieber als die Petzl die ich habe.

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    • Hendrik

      Hendrik

      Ja, den Ladestand zeigt sie beim Einschalten ein (grün = mehr als 50%, rot = 20-50% , blinkend rot = weniger als 20%). Du kannst zudem einstellen, ob die Lampe bei niedrigem Ladestand konstant hell bleibt oder langsam dunkler wird, um Strom zu sparen.

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  2. Christian

    Ich kann dem absolut zustimmen. Ich hatte schon mit der H7 Spaß, der Nachfolger ist deutlich besser. Die „intuitive Bedienung“ hat mich Zeit gekostet. Jetzt nehme ich immer den hellsten Modus und reguliere dann ins untere Drittel dieser Stufe. Das reicht beim normalem Laufen vollkommen aus und schont ungemein die Akkuleistung.
    Die Lampe ist mehr als preiswert und der After Sale Kundenservice top. Die alte Lampe benötigte ein neues Stirnband- ein freundliches Telefonat später war Dieses kostenlos unterwegs. Toll

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  3. Martin

    Ich hab auch die „alte“ H7R. Von einer Reduzierung der Helligkeit merke ich nichts. Für meine Zwecke ist die Lampe völlig ausreichend. Hatte auch die Wahl zwischen der neuen und der alten und habe mich aus Kostengründen für die H7R entschieden.

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    • Hendrik

      Hendrik

      Das kann wohl erst die H7R.2 – brauchst du aber auch nur dann, wenn du wirklich lang unterwegs bist (oder vergessen hast, den Akku zu laden ;-).

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  4. Patrick (@codepiX)

    Habe sie ebenfalls den ganzen Winter genutzt und bin wirklich begeistert. Habe zwar nicht unbedingt einen Vergleich, da es meine erste Stirnlampe ist, aber ich frage mich schon, was andere Lampen besser machen sollten. Ich merke sie kaum beim Lauf und die Lichtkraft ist perfekt. Bei der Bedienung musste ich allerdings auch etwas üben, aber mittlerweile klappt alles super! Absolute Kaufempfehlung :)

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