Test Rucksäcke       7

Patagonia Nine Trails Pack im Test

Darf's ein bißchen mehr sein? Der Patagonia Nine Trails Pack bietet 15 Liter Stauraum. Im Test überzeugt der Laufrucksack mit perfekter Passform und vielen cleveren Details.

Kommentieren

Darf’s ein bißchen mehr sein? Der Patagonia Nine Trails Pack bietet 15 Liter Stauraum. Im Test überzeugt der Laufrucksack mit perfekter Passform und vielen cleveren Details.

Ob lange Ultratrails, Etappenläufe oder Mehrtages-Touren: Wer viel (Pflicht-)Ausrüstung transportieren muss, braucht einen großen Laufrucksack. Dabei bleibt aber leider oft der Tragekomfort auf der Strecke. Patagonia will es besser machen und schickt in dieser Saison den Nine Trails Pack 15L ins Rennen.

Mein erster Eindruck: Hier waren Produktdesigner am Werk, die selbst Läufer sind. Das Hauptfach hat eine extragroße Öffnung, ein separates Fach mit Aufhängung für eine Trinkblase und eine kleine Reißverschlusstasche für Wertsachen. In den Deckel ist eine weitere Reißverschlusstasche integriert. Die beiden Fronttaschen bieten Platz für schnell griffbereite Dinge wie Gels, Riegel, Handy & Co. Einziger Minuspunkt bei der Ausstattung: Weder vorne noch hinten gibt es Halterungen für Trinkflaschen.

Leicht erreichbare Fronttaschen, aber: Kein Platz für Trinkflaschen

Perfekter Sitz dank seitlicher Spanngurte

Auf Teneriffa musste sich das Teil dann in der Praxis beweisen. Auf der Packliste für die Gipfeltour zum Teide (mit Übernachtung in der Refugio Altavista): Lange Wechselkleidung, Daunenjacke, 1,5 Liter Trinkblase und Proviant für anderthalb Tage; dazu Notfallset, Kamera, GPS-Gerät und Handy. Da kommt einiges an Gewicht zusammen. Trotzdem trägt sich der Rucksack auch bei voller Beladung sehr angenehm. Das Rückenteil ist leicht gepolstert, aber saugt sich nicht mit Schweiß voll. Die Schulterriemen schnüren nicht ein. Und das Wichtigste: Der Rucksack hüpft auch bei schnellen Downhills nicht auf und ab.

Durch den großen Reißverschluss zum Hauptfach lässt sich der Nine Trails Pack einfach be- und entladen und die Trinkblase schnell nachfüllen. Besonders praktisch sind die beiden Spanngurte an jeder Seite. Damit reguliert man nicht nur „on the fly“ die Passform, sondern zurrt auch die Ladung fest, wenn der Rucksack nicht voll beladen ist. Ergebnis: Nichts wackelt und alles sitzt genau da, wo es sitzen soll.

Den Patagonia Nine Trails Pack gibt es in zwei Farben (Hellgrau und Rot) und in zwei Größen. Das Testexemplar in Größe S/M war für mich bei 1,78 m Körpergröße genau richtig.

Auch auf schnellen Downhills hüpft der Nine Trails Pack nicht auf und ab

Patagonia Nine Trails Pack

Gewicht: 306 g
Volumen: 15 Liter

Pro

  • perfekte Passform
  • gut erreichbares Hauptfach
  • für Trinkblase vorbereitet

Contra

  • keine Halterung für Trinkflaschen

Fazit

TrailBlog
Der Nine Trails Pack von Patagonia trägt sich so angenehm wie eine Weste, bietet aber ausreichend Platz für lange Touren und Etappenläufe. Auf dem Trail überzeugt der Rucksack mit vielen praktischen Details. Ein rundum gelungenes Teil - allerdings nichts für Trailrunner, die auf Trinkflaschen schwören.
Stand 15.05.2015. Aktuelle Preise und Spezifikationen können abweichen.
Hendrik

Von

Hendrik ist leidenschaftlicher Trailrunner und Gründer des TrailBlog. Neben kurzen, steilen Rennen reizen ihn lange Touren auf eigene Faust in den Bergen. Hendrik ist ASICS Frontrunner und wird unterstützt von Garmin, SZIOLS und ultraSPORTS. Folge ihm auch auf Strava, Twitter und Instagram.
7

7 Kommentare

  1. Benni

    Hmmm, das Contra ist blöd. :-)
    Ich suche durchaus einen größeren Rucksack mit eben genau diesen Befestigungsmöglichkeiten.

    Schade.

     Antworten ·
  2. Marcel

    Hallo Hendrik,

    ich bins mal wieder. Ich werde am Swissalpine K30 mitmachen. Mein erster Berglauf. Eigentlich bräuchte man ja für diese Distanz ja keinen Rucksack. Aber ich wollte mir sowieso mal einen anschaffen. Ich habe an den S-LAB ADV SKIN3 12SET gedacht wobei mir von einem Läufer der kleinere mit 5 Litern empfohlen wurde, da er auch diesen benutzt und zudem noch keinen gesehen hat, der bei Ultras den grossen benutzt? Wie siehst du das mit der Grösse? Vom Gewicht her macht der 12 Liter zum 5 Liter „nur“ 30 Gramm aus und wäre noch für mich vielseitiger einsetzbar (zum Biken).

    Danke für deine Meinung :)

     Antworten ·
    • Hendrik

      Hendrik

      Hallo Marcel, wenn du dir „nur“ einen Rucksack anschaffst, dann nimm die 12 Liter-Variante. Da hast du einfach mehr Einsatzmöglichkeiten. In einen 5-Liter-Rucksack bekommst du nicht viel mehr rein als die Trinkblase und eine Rettungsdecke.

       Antworten ·
      • Marcel

        Noch eine Nachfrage: Gewicht ist ja doch irgendwie entscheident. Bei so einem Rucksack läuft man da mit je 2 250 ml oder eher mit je 2 500 Soft Flask? Die grossen sind etwas übertrieben, wenn nach jeweils ca. 6 Km eine Verpflegungsstation kommt? Und vielleicht sind die kleineren noch angenehme zu tragen vorne in den Halterungen wie die Grossen?

        ·
      • Hendrik

        Hendrik

        Hast dir deine Frage ja eigentlich schon selbst beantwortet ;-) Flüssigkeitsmenge sollte sich nach der Zeit zwischen den Verpflegungsstationen richten. Bei 6 km sollte ein halber Liter bei normalen Bedingungen ausreichen.

        ·
  3. Thomas

    Hallo, machen einen 4-tägigen Berglauf von Hütte zu Hütte, bei der wir alles selbst dabei haben müssen und suchen einen Laufrucksack der genügend Platz bietet, leicht und bequem ist, und trotzdem günstig. Kannst du als Profi etwas empfehlen? Dass der Patagonia vorne keine Befestigung für Trinkflaschen bietet ist nicht optimal. Vielleicht gibts da was besseres. Weiß auch nicht genau wieviel Liter da angemessen sind – 10 Liter scheinen mir fast etwas knapp, auch wenn wir da minimalistisch unterwegs sind. Danke für Tipps!

     Antworten ·