Test Jacken       3

Patagonia Storm Racer Jacket im Test

Eine wasserdichte Jacke gehört zur Pflichtausrüstung der meisten Ultra-Trails. Wir haben die Storm Racer Jacket aus der Trailrunning-Kollektion von Patagonia im Dauerregen getestet. Ergebnis: Wetterschutz muss nicht schwer und schweißtreibend sein!

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Erster Eindruck und Verarbeitung

Ganz schön gelb! Mit der Storm Racer Jacke fällt man auf. Das grelle Neongelb ist Geschmacksache, aber kann im Notfall Leben retten. Neben der Farbe fällt auch das relativ laute Rascheln des Nylon-Materials auf. Die Verarbeitung ist auf allerhöchstem Niveau, so wie man das von Patagonia gewohnt ist. Sämtliche Nähte und Reissverschlüsse sind sauber getapt.

Passform und Tragekomfort

Die Storm Racer Jacke ist athletisch geschnitten, sitzt aber trotzdem relativ locker und lässt genügend Bewegungsfreiheit. Die Ärmel sind ausreichend lang und schließen mit einem Gummibund ab. Das Innenmaterial ist angeraut und klebt deshalb nicht auf der Haut. Für zusätzlichen Komfort sorgt das Schweißband im Kragen.

Ausstattung

Besonders gut gefallen hat uns beim Storm Racer Jacket die Kapuze: Sie liegt eng an und kann über die Zugkordel mit einer Hand festgezurrt werden. Zusammen mit dem hohen Kragen wird sie so fast zur Sturmhaube. Das Regenschild lässt sich bei Bedarf nach oben klappen. Dass man die Kapuze außerdem im Kragen verstauen kann, ist „nice to have“, aber bei einer Regenjacke eher überflüssig.

Zur Belüftung dienen zwei Schlitze am Rücken und die beiden Reißverschlüsse an den Oberarmen. Letztere beherbergen also keine Außentaschen – die sucht man beim Storm Racer Jacket vergeblich. Stattdessen gibt es eine Innentasche in Smartphone-Größe. Für eine Regenjacke ist das sicher ausreichend, trotzdem fragen wir uns, warum Patagonia diese Tasche nicht von außen zugänglich gemacht hat.

Zur Wasserdichtigkeit macht der Hersteller keine näheren Angaben, sondern spricht lediglich davon, dass die Storm Racer Jacke die UTMB-Anforderungen (10.000 mm Wassersäule) erfüllt.

Praxistest

Eine Regenjacke muss in erster Linie wasserdicht sein. Hier konnte die Storm Racer Jacke im Test voll und ganz überzeugen. Auch bei sintflutartigem Regen und nach mehreren Stunden blieb das Wasser draußen und der Läufer trocken. Die Imprägnierung macht einen guten Job: Wassertropfen perlen einfach ab.

In Sachen Atmungsaktivität hinterlässt die Storm Racer Jacke gemischte Gefühle: Einerseits kommt die Jacke bei warmen Temperaturen oder starker Schweißbildung an ihre Grenzen. Da helfen dann auch die Reißverschlüsse auf den Ärmeln nicht mehr. Die sind zudem recht schwergängig und lassen sich deshalb beim Laufen nur mit einiger Mühe öffnen. Andererseits muss man in punkto Körperklima bei jeder wasserdichten Jacke Abstriche machen – Membran hin oder her. Die Storm Racer Jacke macht ihre Sache aus unserer Sicht vergleichsweise gut.

Patagonia Storm Racer Jacket

Gewicht: 240 g (Größe S)

Pro

  • absolut wind- und wasserdicht
  • leicht
  • hoher Kragen
  • Kapuze mit Regenschild und Zugkordel

Contra

  • bei Bewegung relativ laut
  • keine Außentaschen

Fazit

TrailBlog
Die Patagonia Storm Racer Jacke punktet mit vergleichsweise geringem Gewicht und ordentlicher Atmungsaktivität für eine wirklich wasserdichte Jacke. Der hohe Kragen und die gut feststellbare Kapuze mit Regenschild halten auch widrigstem Wetter stand. Auf Außentaschen lässt sich bei einer Jacke dieser Klasse verzichten. Einziges echtes Manko: Bei Bewegung raschelt das Material relativ laut. Wer sich daran nicht stört, findet in der Storm Racer Jacket einen zuverlässigen Wetterschutz für alle Bedingungen.
Stand 22.02.2016. Aktuelle Preise und Spezifikationen können abweichen.
Hendrik

Von

Hendrik ist leidenschaftlicher Trailrunner und Gründer des TrailBlog. Neben kurzen, steilen Rennen reizen ihn lange Touren auf eigene Faust in den Bergen. Hendrik ist ASICS Frontrunner und wird unterstützt von Garmin, SZIOLS und ultraSPORTS. Folge ihm auch auf Strava, Twitter und Instagram.
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3 Kommentare

  1. Sven | Freiluft Blog

    Patagonia macht auch Trailrunning Sachen?? Nice!

    „Dass man die Kapuze außerdem im Kragen verstauen kann, ist „nice to have“, aber bei einer Regenjacke eher überflüssig.“

    Ich finde das ein überaus praktisches Feature. Ich habe zwei Regenjacken die ich zum Laufen nutze, bei beiden vermisse ich dieses Feature. Hat man die Kapuze nämlich mal nicht auf dem Kopf (weil der Regen eine Pause macht oder es nur leicht nieselt), dann baumelt die einem ständig um die Ohre, und das nervt mich total!

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    • Hendrik

      Hendrik

      Der eine nutzt es, der andere nicht ;-) Aber schaden tut die „Kapuzengarage“ natürlich nicht, die paar Gramm zusätzliches Gewicht dafür sind nicht der Rede wert.

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