Test Rucksäcke / Test       6

Salomon S-Lab Sense Ultra Set im Test

Das S-Lab Sense Ultra Set ist die neueste Entwicklung aus Salomons "Geheimlaboren" im französischen Annecy. Mit nur 110 g ist der Rucksack so leicht wie 2 Gels und verspricht dennoch genügend Stauraum für Ultratrails. Moritz hat sich für uns davon überzeugt.

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Material und Verarbeitung

Die allgemeine Beschaffenheit des Rucksacks überzeugt. Das Material ist sehr gut verarbeitet, das Mesh wurde offenbar erneuert und fühlt sich nun noch angenehmer an. Zudem ist es sehr elastisch und dehnt sich je nach Befüllung bzw. Bewegung. Fraglich ist, ob das Material auch auf Dauer reißfest bleibt. Im mehrwöchigen Testzeitraum konnte ich aber keine Materialermüdung feststellen.

Ausstattung

Das Vorzeige-Feature des Sense Ultra Set ist definitiv das Taschensystem. Auf dem Papier scheint der Rucksack mit seinen 3 Litern Stauraum nur etwas für absolute Minimalisten zu sein. Mit extrem dehnbaren Taschen, geschickt platzierten Reißverschlüssen und perfekter Erreichbarkeit aller Taschen beim Laufen bleiben in der Praxis aber keine Wünsche offen. Die Pflichtausrüstung für die meisten Ultra-Trails (lange Hose, Regenjacke etc.) passt ohne Probleme in die Rückentasche. Eine Trillerpfeife und zwei Softflasks (500 ml) gehören zum Lieferumfang. Ein Handy von der Größe eines iPhones kommt in der rechten Brusttasche unter. Stöcke lassen sich mit ein bißchen Übung problemlos in der oberen Rückentasche verstauen.

Passform und Tragekomfort

Das Sense Ultra Set ist in vier verschiedenen Größen zu haben. Damit ist es vor allem auch für kleine Läufer geeignet. Das Sense Ultra Set sitzt im wahrsten Sinne des Wortes wie eine zweite Haut und ermöglicht absolute Bewegungsfreiheit. Im Test gab es Momente, in denen ich total vergaß, dass ich überhaupt einen Rucksack trug. Auch die Soft-Flasks, die an der Brust getragen werden, wackeln nicht. Allerdings sind sie nach Entnahme nur relativ schwer wieder einzusetzen, insbesondere während des Laufens. Außerdem könnten Frauen Probleme mit dem Tragekomfort haben, da eine Taillierung im Brustbereich fehlt.

Die beiden Riemen, die quer über die Brust reichen und auf der anderen Seite befestigt werden, sind leicht zu justieren. Ist eine Einstellung gefunden, sitzt der Rucksack perfekt. Doch leider lösen sich die Riemen bei schnellem laufen leicht. Um dies zu umgehen, muss man die Riemen mit einem kleinen Knoten fest einstellen. Das wiederum verhindert ein Nachjustieren während des Laufens, was wegen des dehnbaren Materials allerdings kaum erforderlich ist.

Salomon S-Lab Sense Ultra Set

Gewicht: 110 g
Volumen: 3 Liter

Pro

  • Hervorragendes Verhältnis aus Gewicht und Stauraum
  • perfekter Tragekomfort
  • alle Taschen auch beim Laufen erreichbar

Contra

  • Soft-Flasks schwierig einzusetzen
  • Riemen lösen sich zu leicht beim Laufen

Fazit

TrailBlog
Das S-Lab Sense Ultra Set von Salomon ist ein toller Wettkampf-Rucksack zu einem bezahlbaren Preis. Trotz des minimalen Gewichts und des geringen Packmaßes stemmt er auch die meisten Pflichtausrüstungen. Nur beim UTMB oder Etappenrennen wie dem Transalpine-Run könnte es knapp werden. Das Material überzeugt mit Tragekomfort und erstklassiger Verarbeitung. Punktabzug gibt es für das etwas fummelige Verstauen der Soft-Flasks in den Fronttaschen und die sich zu leicht lösenden Brustriemen.
Stand 05.11.2015. Aktuelle Preise und Spezifikationen können abweichen.
Moritz

Von

Moritz ist seit 2012 begeisterter Trail- und Bergläufer und ASICS Frontrunner. 2015 nahm er mit der deutschen Berglauf-Nationalmannschaft an der WM in Zermatt teil. Beruflich ist Moritz in der Sport- und Outdoorbranche tätig.
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6 Kommentare

  1. Thomas (HarleRunner)

    Hi Moritz,

    mit Deinem Test hast Du mich ins Grübeln gebracht. Ich habe gerade die 5-Liter-Version gekauft, obwohl der zusätzliche Stauraum nicht notwendig wäre. Wegen dem schlechteren Verschluss hatte ich mich gegen das Ultra Set entschieden. Das ist bei Dir zwar auch ein Kritikpunkt, hört sich aber nicht so dramatisch an. Kannst Du dazu noch was sagen?

    Herzliche Grüße

    Thomas

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    • Moritz auf der Heide

      Moritz auf der Heide

      Hallo Thomas,

      allgemein ist es schon etwas nervig. Allerdings dazu gesagt werden, dass der Rucksack sehr gut hält, wenn man eine Einstellung gefunden hat, die man mit einem Knoten fixiert. Man sollte diesen Knoten machen, wenn sie beide Softflasks (mindestens halb gefüllt) mit im Rucksack befinden. Dann kann man ihn auch problemlos mit und ohne Flasks tragen. Als ideal würde ich die Lösung allerdings auch nicht bezeichnen..

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  2. Frederic Biermann

    In diesem Rucksack ist aber kein Platz für eine Trinkblase, oder?
    Da muss man dann zum nächstgrößeren Modell von Salomon greifen, wenn ich es richtig sehe…

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    • Moritz auf der Heide

      Moritz auf der Heide

      Hallo Frederic,

      das ist korrekt. In diesem Modell ist kein Platz für eine Trinkblase. Daher kann man maximal 1l (2x Softflasks à 500ml) mit sich führen, wenn es komfortabel sein soll!

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  3. BiaTrail

    Servus Moritz,
    stören die Stöcke (Faltstöcke?) in der Rückentasche dich nicht oder wie genau verstaust du die?
    Hast du einen Vergleich zum 1l Modell?

    Grüße

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  4. Marcel

    Hallo!

    Cooler Test. Ich hatte sie schon bereits und war gespannt oder bin besser gesagt jetzt auch der Suche zu einem Tipp mit den Stöcken. Ich verfüge auch über die 12L Hydro Version der Veste. Diese hat ja den Vorteil man kann die Stöcke ein wenig mit der Schlaufe oben fixieren. Wie hast du den Test, deine Läufe mit den Stöcken im Rücken erlebt?

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