Test GPS-Uhren & Technik       2

Suunto Ambit3 Vertical im Test

Während viele gespannt auf die Suunto Spartan Ultra warten, haben wir das letzte Modell der Ambit3-Generation ausführlich getestet: Die Suunto Ambit3 Vertical ist technisch nicht mehr ganz auf der Höhe der Zeit, überzeugt aber als solide GPS-Uhr zu einem fairen Preis.

Kommentieren

Das ist drin: Uhr, Ladekabel, Brustgurt, Kurzanleitung

Lieferumfang und Hardware

Die Ambit3 Vertical kommt in einer edlen Verpackung. Neben der Uhr findet man darin das Ladekabel, eine Kurzanleitung und je nach Variante einen Herzfrequenz-Brustgurt. Die Vertical ist das letzte Modell der Ambit3-Generation, die bereits seit September 2014 auf dem Markt ist. Das hat Vor- und Nachteile: Hard- und Software sind ausgereift, allerdings ist die Ambit3 Vertical technisch nicht mehr ganz auf der Höhe der Zeit. Vor allem das pixelige Schwarz-Weiß-Display wirkt wie aus einem anderen Jahrzehnt.

Positiv fällt dagegen das geringe Gewicht und das vergleichsweise schmale Gehäuse auf. Die Ambit3 Vertical besitzt eine integrierte GPS-Antenne und kommt deshalb ohne den Suunto-typischen „Antennen-Knubbel“ am Armband aus. Die Uhr trägt sich auch auf schmalen Handgelenken sehr komfortabel. Der Druckpunkt der Knöpfe könnte dagegen etwas genauer sein.

Der Blick auf die technischen Daten zeigt: Unterschiede zwischen Ambit3 Vertical und Garmin fenix 3 gibt es vor allem beim Display, der Akkulaufzeit und der Konnektivität.

Suunto Ambit3
Vertical
Garmin fenix 3
Hardware
Abmessungen 50 x 50 x 15,5 mm 51,5 x 51,5 x 16 mm
Gewicht 74 g 82 g
Display s/w, 128 x 128 Pixel Farbe, 218×218 Pixel
Uhrenglas Mineralkristall Mineralkristall
Wasserdichtigkeit 100 m 100 m
GPS+GLONASS 1
Barometrischer Höhenmesser
Herzfrequenzmessung Brustgurt Brustgurt
Drahtlosübertragung Bluetooth Bluetooth, WLAN, ANT+
Vibrationsalarm
Akku
Akkulaufzeit (GPS 1 s / max) 10 h / 100 h 20 h / 50 h
Aufladen während Aktivität
Funktionen
Vertikale Geschwindigkeit
Grafische Navigation
Grafisches Höhenprofil Verlauf, Strecke, Navigation Verlauf, Strecke, Navigation3
Laufeffizienzdaten 2 2
Laufprognose, VO2max, Erholungszeit
Multisport-Modus
Smartphone-Benachrichtungen
Live-Tracking
Preis (UVP ohne/mit Brustgurt) 419 / 469 Euro 479 / 529 Euro
Bei Amazon kaufen Bei Amazon kaufen

1 mit Software-Update 1.0.27 oder neuer; 2 Schrittlänge und -frequenz; bei der fenix 3 mit HRM-Brustgurt zusätzlich Bodenkontaktzeit und vertikale Bewegung 3 mit Software-Update 6.90 oder neuer

Die Ambit3 Vertical ist konsequent auf Bergsport getrimmt – Höhenmeterzähler inklusive.

Navigation und grafisches Höhenprofil

Auf Movescount können neue Routen geplant und vorhandene GPX-Tracks aus anderen Quellen importiert werden. Auf der Uhr selbst gibt es keine Karte, stattdessen navigiert man wie gewohnt entlang einer „Brotkrumen“-Ansicht. Das funktioniert meist recht gut. Praktisch: Ein Tastendruck genügt, um zwischen den verschiedenen Zoomstufen zu wechseln. So lässt sich auch an Weggabelungen in der Regel schnell die richtige Spur finden.

Auf Movescount können neue Routen geplant und vorhandene GPX-Tracks importiert werden

Navigiert wird über eine etwas pixelige „Brotkrumen“-Ansicht. Sehr gut: Ein Tastendruck genügt, um zwischen den verschiedenen Zoomstufen zu wechseln.

All das kennt man schon von den anderen Modellen der Ambit3-Reihe. Neu bei der Vertical ist die Navigation mit grafischem Höhenprofil. Die neue Ansicht zeigt zurückgelegte und noch zu absolvierende Aufstiegsmeter sowie die aktuelle Position auf dem Höhenprofil der Route. Gerade im alpinen Gelände eine nützlich Funktion, um die eigenen Kräfte besser einzuteilen. Weicht man von der vorgegeben Route ab, warnt die Uhr und die Fortschrittsanzeige wird unterbrochen. Soweit, so logisch. Dabei blieb es in unseren Tests aber leider auch dann, wenn wir später wieder auf den Track zurückkehrten.

Das grafische Höhenprofil zeigt den Fortschritt und die verbleibenden Aufstiegsmeter bis zum Ziel

Verlässt man die vorgegebene Route, setzt die Fortschrittsanzeige aus. Dabei blieb es in unseren Tests leider auch dann, wenn wir später wieder auf den Track zurückkehrten.

GPS-Genauigkeit und Akkulaufzeit

Beim Synchronisieren mit Movescount werden die aktuellen Positionsdaten der GPS-Satelliten auf die Uhr geladen. Dadurch findet die Ambit3 Vertical meist innerhalb weniger Sekunden ein GPS-Signal und hält dieses auch im alpinen Gelände zuverlässig. Seit der Software-Version 1.0.27 empfängt die Ambit3 Vertical neben GPS auch das Signal der russischen Glonass-Satelliten. Die Genauigkeit der GPS-Aufzeichung haben wir in mehreren Testläufen mit der Garmin fenix 3 verglichen (jeweils im GPS+Glonass-Modus und mit höchster Genauigkeit, d.h. 1 Punkt pro Sekunde). Wie das Beispiel unten zeigt, sind die Tracks fast identisch. Wo es Abweichungen gibt, ist mal die Ambit3 Vertical, mal die fenix 3 näher am Kartenmaterial. Das bestätigt unseren Eindruck aus früheren Tests: In punkto GPS-Genauigkeit liegen Ambit3 und fenix 3 inzwischen praktisch gleichauf.

Nahezu identisch: GPS-Tracks von Suunto Ambit3 Vertical (orange) und Garmin fenix 3 (blau)

Seit der Software-Version 1.0.27 empfängt die Ambit3 Vertical neben GPS auch das Signal der russischen GLONASS-Satelliten

Die Akkulaufzeit fällt mit – vom Hersteller angegebenen – 10 Stunden (bei Aufzeichnung von 1 Punkt/s) vergleichsweise kurz aus. Im Test erreichte unser Exemplar diesen Wert nicht ganz. Damit ist die Vertical leider nur bedingt Ultratrail-tauglich.

Konnektivität und Apps

Die Ambit3 Vertical verbindet sich über Bluetooth mit passenden Sensoren (Herzfrequenz, Trittfrequenz etc.) und der Movescount-App für iOS und Android. Einmal gekoppelt, funktioniert der Austausch von Trainingsdaten, Routen und Push-Mitteilungen zuverlässig, wenn auch nicht sonderlich schnell. Alternativ kommen Daten über die USB-Klemme auf die Uhr. Besonders praktisch: Sämtliche Einstellungen (Sportmodi, Datenfelder etc.) können auch auf Movescount festgelegt und anschließend auf die Uhr übertragen werden. So spart man sich viel Knopfdrücken an der Uhr. ANT+ und WLAN sind nicht an Bord.

Praktisch: Sämtliche Einstellungen können auch auf Movescount vorgenommen und anschließend auf die Uhr übertragen werden

Nette Spielerei: Zurückgelegte „Moves“ können in einem kurzen Videoclip auf einer 3D-Karte visualisiert werden

Suunto Ambit3 Vertical

Kategorie: Allround
Gewicht: 74 g
Akku: 10 h (1 Punkt / s)

Pro

  • Tragekomfort
  • Software konsequent auf Bergsport getrimmt
  • hohe GPS-Genauigkeit

Contra

  • Display pixelig und je nach Umgebung schlecht ablesbar
  • geringe Akkulaufzeit

Fazit

TrailBlog
Die Suunto Ambit3 Vertical ist eine GPS-Uhr mit ausgereifter Software, die konsequent auf Trailrunning, Skitouren und andere Bergsportarten ausgerichtet ist. Dank des geringen Gewichts und der vergleichsweise schmalen Abmessungen trägt sie sich sehr angenehm. Die Zuverlässigkeit der GPS-Aufzeichnung lässt keine Wünsche offen. Enttäuschend dagegen die Akkuleistung: Die angegebenen 10 Stunden werden in der Praxis kaum erreicht. Auch das Display ist technisch nicht mehr auf der Höhe der Zeit. Dennoch: Ein solides Gesamtpaket zu einem inzwischen sehr attraktiven Preis.
Stand 24.06.2016. Aktuelle Preise und Spezifikationen können abweichen.
Hendrik

Von

Hendrik ist leidenschaftlicher Trailrunner und Gründer des TrailBlog. Neben kurzen, steilen Rennen reizen ihn lange Touren auf eigene Faust in den Bergen. Hendrik ist ASICS Frontrunner und wird unterstützt von Garmin, SZIOLS und ultraSPORTS. Folge ihm auch auf Strava, Twitter und Instagram.
2
Shirts & Caps ab 19,90 € im TrailBlog-Shop

2 Kommentare

  1. Steve

    Echt schade, dass sie der Peak kein Update verpassen um sie der Vertical etwas anzupassen. Technisch sicherlich möglich, aber Marketing-technisch nicht gewollt. :-(

     Antworten ·
  2. Andrew

    Update für die peak kam im Dezember 2016, höhen Verlauf wird nun auch dargestellt

     Antworten ·