Teneriffa für Trailrunner

Dass die Kanarischen Inseln ein Paradies für Trailrunner sind, ist längst kein Geheimnis mehr. Wir waren Mitte April zum Training auf Teneriffa und haben ein paar echte Traumstrecken mitgebracht. Hier ist Teil 1 - eine Gipfeltour zum Teide und eine "Gratwanderung" durch die Mondlandschaft oberhalb von Vilaflor. Fortsetzung folgt!

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Zum Sonnenaufgang auf den Teide

Der Pico del Teide ist mit 3718 m der höchste Berg Spaniens und Zentrum des gleichnamigen Nationalparks. Wer ihn besteigen will, benötigt eine Genehmigung der Nationalparkbehörde. Die gibt es zwar kostenlos (Online-Antrag), allerdings ist das Kontingent streng limitiert und oft schon Wochen im voraus ausgeschöpft. Die bessere Alternative ist deshalb eine Übernachtung in der Refugio Altavista auf 3.260 m (Reservierung erforderlich). So kommt man ohne besondere Genehmigung auf den Gipfel und außerdem in den Genuss eines spektakulären Sonnenaufgangs über den Wolken!

Los geht es an einem kleinen Parkplatz an der Bundesstraße TF-21 unterhalb der Montana Blanca. Von dort führt die Strecke zunächst über eine Schotterpiste durch die karge Vulkanlandschaft, bevor bei 2.700 m ü.NN ein Schild den Weg zur Refugio weist. Im Vergleich zu den meisten Alpenvereinshütten ist die Refugio Altavista eher spartanisch ausgestattet. Mahlzeiten gibt es dort nicht und Getränke und Riegel bekommt man nur aus dem Automaten, also ausreichend Verpflegung bzw. Münzgeld mitnehmen.

Um pünktlich zum Sonnenaufgang am Gipfel zu sein, starten wir am nächsten Morgen noch im Dunkeln (Stirnlampe nicht vergessen!). Für den Aufstieg ab der Hütte sollte man etwa eine bis anderthalb Stunden einplanen. Die rund 2 km sind zwar technisch nicht besonders schwierig, aber mit 450 Hm ziemlich steil und wegen der Höhe durchaus anspruchsvoll. Dafür wird man mit einem grandiosen Naturschauspiel belohnt: Wenn die Sonne langsam aus den Wolken empor steigt und das schwefel-dampfende Vulkangestein in orangenes Licht taucht, dann kann man schon mal poetisch werden!

Zurück geht es über dieselbe Strecke. Wer sich den langen Downhill sparen möchte, kann auch die Seilbahn unterhalb des Tiede-Gipfels nehmen. Von der Talstation sind es nur etwa 2 km bis zum Ausgangspunkt der Tour.

19,12 km
Distanz
1.516 m
Anstieg
1.515 m
Abstieg
GPS-Download

„Gratwanderung“ durch die Paisaje Lunar

Die zweite Tour beginnt 1.400 m ü.NN in Vilaflor, dem höchstgelegenen Dorf der Insel. Der 1.500-Einwohner-Ort ist ein angenehm ruhiger Kontrast zu den Touristenhochburgen an der Küste. Vom Marktplatz aus geht es zunächst durch ein Waldgebiet Richtung Nordwesten auf dem rot-weiß markierten Wanderweg E7. Nach etwa 1,8 km an der Gabelung rechts halten und dem schmalen Trail folgen, der nur noch mit orangenen Punkten markiert ist. Nach knapp 7 km stößt man auf den kleinen Zeltplatz Las Lajas und quert dort die Bundesstraße TF-21.

Von hier an folgt man dem Sendero 31. Anfangs noch bewaldet und eher unscheinbar, entwickelt er sich immer mehr zu einem atemberaubenden Höhenweg über die Steilwände im Süden der Caldera de las Cañadas: Auf der linken Seite der gigantische Vulkankessel mit dem Teide im Hintergrund, auf der rechten der Blick hinab ins Tal und auf den Atlantik.

Nach rund 14 km verlassen wir den Sendero 31, der hier links herunter in die Caldera führt, und biegen stattdessen rechts ab. Der steile Downhill bringt uns auf direktem Weg zur Paisaje Lunar, der Mondlandschaft nordöstlich von Vilaflor. Ihren Namen verdankt sie den weißen Tuffsteinformationen. Vom Aussichtspunkt bei Km 18 hat man einen freien Blick auf die skurrilen Säulen, die aus anderer Perspektive meist vom dichten Kiefernwald verdeckt sind. Auf dem neu angelegten Wanderweg TF72 geht es zurück nach Vilaflor.

25,58 km
Distanz
1.615 m
Anstieg
1.616 m
Abstieg
GPS-Download
Hendrik

Von

Hendrik ist leidenschaftlicher Trailrunner und Gründer des TrailBlog. Neben kurzen, steilen Rennen reizen ihn lange Touren auf eigene Faust in den Bergen. Hendrik ist ASICS Frontrunner und wird unterstützt von Garmin, SZIOLS und ultraSPORTS. Folge ihm auch auf Strava, Twitter und Instagram.
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